Pamukkale / Türkei

Fotos der Kalksinterterrassen von 1997, kurz bevor sie nicht mehr betreten werden durften.

Türkeiurlaub vom 30.04. - 13.05.1997


Die Kalksinterterrassen von Pamukkale

Sie sind strahlend weiß und glänzen – die Kalksteinterrassen in Pamukkale. Von der UNESCO schon längst als Weltkulturerbe verifiziert, beeindrucken diese schneeweißen Terrassen mit einem atemberaubenden Anblick. Die Terrassen entstanden durch die Verdunstung des etwa 35° C warmen, kalkhaltigen Thermalwassers aus den Quellen, aus denen übrigens immer noch jeden Tag 250 Liter kohlensäurehaltiges und kalziumreiches Thermalwasser fließt. Bei Erreichen der Erdoberfläche führt Druckentlastung zur Ausfällung des Kalks. Dieser Vorgang wird als Versinterung bezeichnet. Die terrassenartige Struktur ergibt sich durch den verzweigten Verlauf der einzelnen Quellen. An steilen Stufen entstanden aus Tropfsteinhöhlen bekannte Formen, wie Stalaktiten und Stalagmiten. Die Ablagerungen sehen aus wie Watte, weshalb Pamukkale auch den Namen „Baumwollburg“ erhielt. Vereinzelt treten in der Kalkkruste Risse und Klüfte auf, deren Entstehung auf tektonischer Aktivität in der Umgebung beruht.

Das Wasser soll sogar eine heilende Wirkung haben, was die alten Römer schon vor knapp 2000 Jahren erkannten. Im zweiten und dritten Jahrhundert hatte der Kurort dann seine Blütezeit, denn da ließ es sich noch unbeschwert im warmen Thermalwasser baden. So kamen Kreislauf, Rheuma- und Herzpatienten hierher, um in dem heilenden Becken zu baden und sich von ihren Leiden und Gebrechen zu erholen. Aber ob nun heilsam oder nicht, der Anblick ist einfach atemberaubend schön. Und deshalb ganz sicher heilsam für die Seele.

Die Bilder von 1997 ins Netz zu stellen (das muss so etwa im Jahr 1999 gewesen sein - nach unserer Hochzeit auf Sri Lanka 1998), war erst einmal mehr ein Ausprobieren des neuen Mediums, von dem man wenig wusste. Auch wenig anzufangen wusste. Aber mit allem fängt man ja klein an. 2017 habe ich dann noch ein paar Bilder mehr eingescannt und das Seitendesign dem Rest der inzwischen stark gewachsenen Internetseite angepasst. Im Gegensatz zu damals gibt es ja heutzutage keine wirklichen Speicherplatzprobleme mehr. Und die Leitungen sind auch um ein Vielfaches schneller.


Die Kalksinterterrassen von Pamukkale / Türkei


Der Weg nach Pamukkale ist weit. Jedenfalls dann, wenn man von der türkischen Riviera aus startet (in unserem Fall von Side aus). Wir waren aber mit einem Reisebus unterwegs... Ich glaube, mit einem Kamel wären wir bis zum Ende unseres Urlaubs nicht wieder zurück gewesen.


Die Landschaft des Taurusgebirges ist vielfältig und faszinierend. Hier haben wir eine Pause eingelegt, den Ortsnamen hab ich mir nicht merken können.


Typischer Schnappschuss in einem Dorf am Wegesrand. Hier war zumindest 1997 die westliche Hektik nicht ansatzweise angekommen.


Der Ursprung der Kalksinterterrassen liegt in den mineralhaltigen und warmen Quellen. Während das Wasser den Berg hinabfließt, kühlt es ab. Da kaltes Wasser weniger Kalk lösen kann als warmes, wird der überschüssige Kalk abgelagert. Viel des warmen Quellwassers wurde während unseres Besuchs noch für die Bedarfe der dort befindlichen Hotels abgezweigt. Die Kalksinterbecken wurden mit dem Rest nach einem Plan abwechselnd versorgt. Da sich die Terrassen dadurch nicht mehr völlig erneuern, geschweige denn weiter wachsen konnten, wurde kurz nach unserem Besuch dort die Notbremse gezogen: Die Hotels wurden abgerissen, das gesamte Quellwasser wieder den Kalksinterterrassen zugeführt und das für uns noch erlaubte Betreten strengstens verboten. Die folgenden Fotos gehören also zu den letzten, die man noch innerhalb dieses Naturwunders machen durfte.


Der gesamte Abhang ist mit Kalk überzogen. Die eigentlichen Terrassen nehmen davon nur einen kleine Teil ein. Hier im Bild oben links und (hier nicht zu sehen) auf der Hochebene. Dieses Foto wurde während der Anreise gemacht.


Hier der entsprechende Ausschnitt herangezoomt. Hier kann man auch schon erkennen, das die Touristen sich auf dem Gelände frei und ungestört bewegen konnten.


Die nächsten Fotos zum Genießen!


Bei genauem Hinschauen kann man erkennen, dass hier teilweise künstliche Becken angelegt wurden, an denen sich dann der Kalk ablagern kann.


Detailaufnahmen


Wie im Großen bilden sich auch im Kleinen Terrassen durch die Ablagerung von Kalk. Durch die Abkühlung des aus heißen Quellen gespeisten Wasserlaufs beschleunigt sich die Kalkablagerung noch.


Wasser läuft über den Rand einer Beckenwand.


Die Terrassen beinhalten das warme Wasser aus den heißen Quellen. Die Sonne wird durch das Wasser und den weißen Kalk noch verstärkt, so dass man trotz Sonnenschutz und Vorbräunung innerhalb weniger Minuten einen Sonnenbrand bekommen kann. Dennoch waren die Becken lange Zeit beliebte Badeziele. Da durch das Begehen Schäden an den Terrassen verursacht wurden und uneinsichtige Touristen leider oft versucht haben, Kalkstücke als Souvenirs mit zu nehmen, wurde der Zugang inzwischen völlig zu Recht verboten.


Da das Quellwasser auch anderweitig verwendet wurde, wurden immer nur Teile der Terrassen mit Wasser versorgt. Der Rest lag trocken.


Von hier oben hat man natürlich auch eine wunderschöne Aussicht über die Ebene und das Taurusgebirge, das wir auf der Hinfahrt durchquert haben.


Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt ;-)


Aus heutiger Sicht war es natürlich unverantwortlich, dort - wenn auch barfuß - herumzulaufen. Aber da das alle machten, hat man sich natürlich nichts dabei gedacht.



So eine natürliche, warme Badewanne ist schon geil.






Damals noch mit analoger Kamera.







Das war ein nicht wiederholbares Erlebnis!


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