Digitalkamera Pentax Optio S4: Testbericht

An anderer Stelle habe ich mich mal darüber ausgelassen, wie schwierig es sein kann, an eine Digitalkamera zu kommen. Dieser Bericht kann hier nachgelesen werden. Um so erstaunter, aber auch erfreuter, kann ich jetzt berichten, dass ich eine Digitalkamera "gewonnen" habe. Das gewonnen steht deshalb in Anführungszeichen, weil ich, bevor das Gerät endgültig mir gehören wird, 6 Monate lang Testberichte (wohl Fragebögen) ausfüllen muss. Aber das sehe ich nicht als Belastung. Im Gegenteil. Darüber hinaus habe ich vor, hier auf der HP meinen persönlichen Testbericht inklusive Fotos zu veröffentlichen. Der Bericht wird wohl gnadenlos subjektiv werden, dafür soll das Lesen etwas Spaß machen.

Vielleicht sollte ich mal mit dem Anfang beginnen: In der Ausgabe 11/2003 der Computerzeitschrift CHIP wurden Leser gesucht, die bereit waren, Digitalkameras der Firma Pentax, Modell Optio S4, zu testen. Als einzige Teilnahmebedingung musste man sich verpflichten, 6 Monate lang einen Testbericht pro Monat auszufüllen. Das schien mir überaus akzeptabel zu sein. Da ich bisher noch nie etwas gewonnen hatte, waren meine Hoffnungen ziemlich gering, als Testkandidat ausgelost zu werden. Desto größer war meine Freude, als ich am 06.11.2003 eine e-Mail mit der Mitteilung erhielt, dass eine Kamera an mich unterwegs sei.

Einen Tag später, Freitags, war ich den ganzen Tag beruflich unterwegs und ziemlich erstaunt, als meine Frau mir abends ziemlich neugierig ein Paket unter die Nase hielt. Tatsächlich, dort war das ersehnte Stück Technik drin. Trotz Müdigkeit wurde der Inhalt noch während des Essens begutachtet. Das Paket enthielt neben vielen Styroporchips ein weiteres, viel kleineres Päckchen. Dort wiederum war neben etlichen Kabeln, einem Batterielader und sonstigem Zubehör die eigentliche Kamera enthalten. Ein kleiner Schreck fuhr mir in die Glieder, als ich die Pentax zum ersten mal in die Hände genommen habe. Das Gerät ist unvorstellbar klein. Viel kleiner als eine Zigarettenpackung (83 (B) x 52 (H) x 20 (T) mm). Meine erste Frage war, ob ich mit meinen großen Fingern überhaupt in der Lage bin, die kleinen Bedienelemente zu betätigen. Der nächste Gedanke war, dass ich die Kamera nur ja nicht in irgendwelchen Taschen vergessen darf, weil sie sonst unbeabsichtigt in der Waschmaschine landen könnte. Ganz unberechtigt ist diese Sorge wohl nicht, schließlich wiegt der Winzling mit lediglich 120 Gramm nur wenig mehr als eine Tafel Schokolade. Zum Vergleich: Meine Jenoptik JD 4100 (ebenfalls mit 3fach optischem Zoom) wiegt 387 Gramm und ist ungleich klobiger.

Obwohl es eher meinem Naturell entspricht, die Bedienungsanleitung erst dann in die Hand zu nehmen, wenn ich durch Versuch und Irrtum nicht mehr weiterkomme, habe ich mich gezügelt. Das lag aber eher daran, dass für erste Versuche zunächst einmal der Akku geladen werden musste, was knapp 2 Stunden dauerte. Also genügend Zeit, um einen ausführlichen Blick in die gut verständliche und ebenso ausführliche deutsche Bedienungsanleitung zu werfen.

Bedienungsanleitung und Funktionen

Nach der Beschreibung und der Beschriftung der Kamera soll diese eine Auflösung von 4 Millionen (effektive) Pixel aufweisen. Der CCD-Sensor hat nach Herstellerangaben sogar 4,23 Millionen Pixel. Heraus kommen in höchster Auflösung Fotos mit 2304 x 1728 Bildpunkten. Insoweit stimmen die Angaben. Rechne ich jetzt aber die tatsächlichen Pixel nach, so komme ich auf eben 2304 x 1728 = 3.981.312. Irgendwo sind also 18.688 Punkte "verschwunden". Das tut der Kamera natürlich keinen Abbruch. Aber irgendwie ist die Angabe 4 Megapixel ein wenig unehrlich. Und das, ohne darauf herumzureiten, dass in der Computerwelt nach reiner Lehre -da im Binären Zahlensystem gerechnet wird-, ein "Mega" 1.024 entspricht. Und eine Digitalkamera ist halt zumindest zur Hälfte ein Computerprodukt. 4 Megapixel sind also eigentlich sogar 4.096.000 Pixel. Aber wollen wir nicht kleinlich sein. Meine Jenoptik JD 4100 soll angeblich sogar 4,1 Millionen Punkte auflösen können, leistet aber letztlich lediglich 2272 x 1704 = 3.871.488 Bildpunkte.

Was ist mir beim Durchblättern der Bedienungsanleitung aufgefallen?

Die Bezeichnung Optio S4: Ob Pentax aufgefallen ist, dass "Optio" ein Dienstgrad der Römischen Legion gewesen ist? Wohl eher nicht. Denn ansonsten wäre ich wirklich sehr gespannt auf die Erklärung des Zusammenhangs.

Die Kamera verfügt über ca. 11 MB internen Speicher und kann ansonsten SD und Multimedia Cards verarbeiten. Mir ist aber schleierhaft geblieben, warum es nicht genau sondern ca. 11 MB sind. Hat Pentax in der Fabrikation Fleischwarenfachverkäuferinnen eingesetzt nach dem Motto "Darfs ein bisschen mehr sein"? So dass nachher niemand so genau weiß, wieviel Speicher in der einzelnen Kamera denn nun drin sind? Aber mal im Ernst: Was bitte soll eine 4 Megapix Kamera mit 11 MB Speicher? Bei höchster Auflösung und geringster Bildkompression weist ein einzelnes Foto je nach Motiv etwa ein Datenvolumen von 2,5 MB auf. Man bekommt also 4, mit Glück 5 Fotos in diesen Speicher und dann ist Feierabend. Da dieser Speicher (wenn ich die Anleitung richtig verstanden habe) auch noch deaktiviert wird, sobald eine SD oder MMC Speicherkarte eingesetzt wird, ergibt das für mich keinen Sinn. Bei einer Kamera, die im Verkauf 500 € kostet, sollte etwas mehr Speicher - und dann auf einer Karte- eigentlich im Preis mit drin sein. Also ein klarer Minuspunkt bei der Ausstattung. Ebenfalls fehlt eine Tasche, mit der die Kamera gegen Feuchtigkeit und Schmutz geschützt werden kann. Dagegen schützt laut Bedienungsanleitung das Gehäuse nämlich nicht.

Neben der Auflösung, die zwischen Maximal (2304 x 1728), 1600 x 1200, 1024 x 768 und 640 x 480 Pixel gewählt werden kann, bestimmt der Kompressionsfaktor die Größe des Bildes und damit die Anzahl der Fotos, die auf dem Speichermedium Platz finden. Pentax bezeichnet die drei verfügbaren Kompressionsstufen ganz unbescheiden mit "Gut", "Besser" und "Optimal". Dabei ist Optimal zwar gut, aber eben nicht perfekt. Das liegt daran, dass eben doch eine Bildkompression nach JPG-Standard vorgenommen wird. Und diese Kompressionsmethode ist nicht verlustfrei. Das bedeutet, dass Bildinformationen verloren gehen. In der Regel spielt das keine Rolle. Bei bestimmten, kleinflächig kontrastierten Motiven, treten aber immer noch Bildfehler auf, die sichtbar sind. Deshalb hätte ich mir eine Einstellung ohne Kompression gewünscht (z.B. im TIFF-Format). Eben nur für besondere Fälle. Wenn man sieht, welche Spielereien sonst der Kamera verwirklicht wurden, ist das Fehlen dieser Möglichkeit besonders unverständlich. Aus meiner Sicht ergibt sich hier zumindest ein kleiner Minuspunkt.

Dann kann man mit der Kamera 3D-Aufnahmen machen. Sogar ein eigenes Instrument zum Betrachten der ausgedruckten Ergebnisse wird mitgeliefert. Da kann ich nur fragen: Was soll der Quatsch? Nach Handbuch soll es zwar möglich sein, die beiden für ein 3D Bild im Halbbildverfahren benötigten Fotos auch aus der Hand zu machen. Allein, mir fehlt der Glaube. Und wer käme auf die Idee, zu einer 120g leichten Kamera ein 800g schweres Stativ mit sich herumzuschleppen? Immerhin hat der Winzling ein Stativgewinde! Dafür gibt es sicherlich keinen Punkt. Aber auch keine Abzüge, da die Funktion völlig überflüssig ist.

Da ist die Panoramafunktion schon wesentlich interessanter. Es soll möglich sein, unter Zuhilfenahme der mitgelieferten Software mehrere Bilder zusammenzufügen. Das werde ich wohl mal ausprobieren müssen. Ein Pluspunkt, wenn es denn funktioniert.

Dass die Optio gleich als Diktiergerät herhalten kann, hat mich zunächst gewundert. Schließlich will ich fotografieren und keine Selbstgespräche aufnehmen. Dann ist mir aber eingefallen, dass es durchaus Sinn machen kann, sich zwischendurch Notizen zu den Aufnahmen festzuhalten, damit man später weiß, was man wann, wo, wie oder warum aufgenommen hat. Obwohl ich diese Funktion eher nicht benötige, will ich doch hier einen Pluspunkt vergeben. Man weiß ja nie.

Videosequenzen kann man auch aufnehmen. Auflösung dann bescheidene 320 x 240 Pixel bei 15 Aufnahmen / Minute. Also eher vergebliche Liebesmühe. Die Videos könnte man unter Umständen für die Erstellung von animated GIFs verwenden. Alles in allem aber eher ein überflüssiges Gimmick. Keine Punktwertung.

Dagegen habe ich mit großem Interesse gelesen, dass digitale Filter zur Verfügung stehen, die die Verwendung von optischen Filtern nachbilden sollen. Diese setzt man gerne bei Spiegelreflexkameras in der Schwarzweißfotografie ein und können interessante Wirkungen erzielen. Warum allerdings auch ein sog. "Slim-Filter" integriert ist, weiß wahrscheinlich nur der übergewichtige Leiter des Pentax-Entwicklungsteams. Mit Hilfe dieses Spielzeugs soll man Motive (wohl hauptsächlich Personen) optisch schlanker machen können. Für die Filter insgesamt ein Pluspunkt.

Für Serienbildfunktion, Zeitraffer und Selbstauslöser gibt es einen weiteren Punkt.

Die Kamera verfügt über 7 verschiedene Aufnahmeprogramme sowie eine Makro- und eine Supermakrofunktion. Darüber hinaus kann man alle Parameter einschließlich der Fokussierung per hand vornehmen. Die Lichtempfindlichkeit des Sensors kann auf 50, 100 und 200 ASA eingestellt werden. Das ist alles in allem eher Durchschnitt, zumal bekannte Funktionen wie Zeit- und Blendenautomatik fehlen. Zumindest vermisse ich die Möglichkeit, eine Blende voreinzustellen.

Die Programme orientieren sich offensichtlich eher an Benutzern ohne große Erfahrung im Bereich Fotografie, sind aber, wenn sie denn halten, was sie versprechen, sicherlich nützlich. 

Noch ein paar Worte zur Energieversorgung der Kamera. Mitgeliefert wird ein Lithium-Ionen-Akku mit 710mAh. Das entspricht nicht ganz einem Standard Mignon Akku, der immerhin 750mAh Kapazität hat. Von den modernen 2000ern mal ganz abgesehen. Aber bei den Abmessungen wäre beim besten Willen kein Platz für Standardakkus. Immerhin soll nach den Angaben des Handbuchs eine Akkuladung für 160 Aufnahmen bei 50% Blitzanteil reichen, was für einen äußerst sparsamen Umgang mit Energie spricht. Was man allerdings im Urlaub machen soll, wenn für das separate Ladeteil kein 230 Volt Netzanschluss verfügbar ist, steht in der Bedienungsanleitung nicht drin. Einfach mal nebenbei ein paar Batterien mitnehmen oder vor Ort kaufen dürfte sich damit erledigt haben. Da man dieses Designerstück aber weder Sand noch Hitze und schon gar keiner Feuchtigkeit aussetzen darf, scheint der Einsatzzweck seitens des Herstellers auch eher darin zu bestehen, im Alltag mit zur ständigen Ausrüstung zu gehören. Handys nehmen wir ja auch immer und überall mit hin. Und bei der Größe und dem Gewicht des Gerätes scheint es für diese Nutzung wirklich prima geeignet zu sein.

Die Bedienungsanleitung ist abgefrühstückt. Jetzt noch schnell die mitgelieferte Software installieren und das USB Kabel einstecken. Die Installation ist problemlos, auch wenn ich zunächst über die Bezeichnung "USB Treiber" stolpere. Da meine USB Ports funktionieren, benötige ich keinen Treiber. Wenn man beruflich mit EDV zu tun hat, denkt man wahrscheinlich zu kompliziert. Gemeint ist nämlich die Verbindungssoftware, quasi der Gerätetreiber für die Kamera. In einem zweiten Versuch wird das dann schnell nachinstalliert.

Erste Tests

Inzwischen ist der Akku geladen. Das Einlegen ist unproblematisch. Die Kamera wird eingeschaltet und fordert mich auf, Sprache, Datum und Uhrzeit einzustellen. Die Bedienung ist verständlich und trotz der kleinen Bedienelemente einfach und bequem zu bewerkstelligen. Anschließend ein Schweinsgalopp durch die Menüs: Zumindest nach dem ersten Eindruck alles verständlich und einfach zu handhaben.

Erste Fotos sind schnell gemacht. Dabei stelle ich fest, dass das Gerät sehr schnell aufnahmebereit ist und auch die Auslöseverzögerung kaum zu merken ist. Was für ein Unterschied zur Jenoptik!

Draußen versuche ich, die verschiedenen Programme einzustellen. Natürlich liegt die Bedienungsanleitung zu Hause, als ich feststelle, dass die Programmwahl etwas gewöhnungsbedürftig ist. Außerdem werde ich die angezeigten Piktogramme noch eingehender studieren müssen, damit ich weiß, welches Bildchen für welches Programm steht und für welche Aufnahmesituation es gedacht ist.

Der Anschluss der Kamera an den PC ist etwas "fummelig" und die Abdeckung der Buchse mit einem Plastikstopfen ist auch nicht ganz überzeugend. Dafür ist die Übertragungsgeschwindigkeit der Fotos auf den PC recht flott.

Ein paar der ersten Testfotos stelle ich hier vor:

Eine sehr positive Feststellung: Die Pentax Optio ist so schnell, dass problemlos auch Schnappschüsse gemacht werden können.

 

Mit dieser Digitalkamera kann ich endlich auch meine Hunde fotografieren, während sie sich heftig balgen (ist aber nur Spiel). Damit bin ich endlich ähnlich schnell wie mit einer Spiegelreflex oder "normalen" Sucherkamera.

 

An der Steinbachtalsperre dann der erste Test des Programms "Sonnenuntergang". Mal vorausgesetzt, ich habe in meiner Unerfahrenheit die Einstellung richtig hinbekommen, ist die Streifenbildung links im Bild ein Fehler, den die Kamera verursacht. Noch habe ich keine Vorstellung, warum. Ein zweites Bild brachte den selben Effekt.

 

Hier aus dem vorherigen Foto ein Ausschnitt. Die Streifen sind unübersehbar und verderben das Bild.

 

Diesen Fehler konnte ich aber nur bei besonders grellem Gegenlicht ausmachen. "Normale" Sonnenauf- und untergänge werden korrekt wiedergegeben.

 

Die Aufnahmen des herbstlichen Waldes werden sehr schön. Aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich als Programm hier "Herbst" oder "Blumen" genommen habe, da die Piktogramme sehr ähnlich sind.

 

Noch einmal, weil die Farben so schön "rüberkommen".

Wer zum Vergleich Fotos von der Jenoptik sehen möchte, kann das auf unseren "Herbstseiten" tun. Diese Bilder wurden allerdings zu einer anderen Tageszeit aufgenommen und sind daher nicht ganz vergleichbar. Man sieht dort allerdings, dass es auch mit einer preiswerten Kamera möglich ist, wunderschöne Fotos zu machen.

 

Die Makrofunktion überzeugt.

Viele weitere Nahaufnahmen (Einstellung Makro und Super-Makro), u.a. von Blumen, sind in der Fotoserie "Frühling" zu sehen.

 

 

Auch schwierige Motive mit sehr unterschiedlichen Lichtverhältnissen werden überzeugend abgebildet.

 

Als letzten Test an diesem Tag prüfe ich die Zoomfunktion. Hier zunächst das Motiv mit dem leichten Weitwinkel, mit dem die Pentax nach dem Einschalten aufwartet.

 

Und hier mit ausgefahrenen Dreifachzoom optisch sowie etwa zweifach Digitalzoom. Entsprechend also etwa 6fach gezoomt. Auch dieses Ergebnis ist überzeugend.

Als die erste Neugier befriedigt ist, teste ich den CCD-Sensor auf Pixelfehler. Dazu stelle ich die Kamera auf die höchste Auflösung und geringste Bildkompression und schieße ein paar Fotos, indem ich dabei das Objektiv abgedeckt halte. Heraus kommen völlig schwarze Bilder. Wären auf dem CCD-Chip Fehler, sollten diese als helle Punkte sichtbar werden. Auf keinem der Testbilder ist auch nur ein heller Fleck auszumachen. Die gelieferte Technik ist fehlerfrei.

Nachdem ich die ersten Bilder gemacht und ausgewertet habe, weicht meine anfängliche Skepsis. Entgegen meinen Befürchtungen lässt sich die Pentax Optio S4 trotz ihrer geringen Abmessungen einfach bedienen und ist dabei auch noch handlich. In der Tasche mitgenommen, spürt man sie fast nicht. Da kann man sich wirklich vorstellen, dieses Teil immer mit sich herumzuschleppen. Und auch wenn das Gerät etwas von einem "Schicki-Micki-Designerstück" an sich hat, mit dem man gut angeben kann, kann man damit so nebenbei auch noch gute Fotos machen!

Weitere Tests

Heute bin ich mit der Kamera bei strahlendem Herbstwetter durch die Wiesen gelaufen. Das Display ist bei jeder Beleuchtung gut zu erkennen. Die Fotos spare ich mir. Zu ähnlich sind sie den gestrigen. Aber immerhin habe ich jetzt den Dreh raus, wie man die einzelnen Belichtungsprogramme einstellt. Und der Fehler bei direktem Gegenlicht liegt nicht am Programm sondern tritt immer auf. Und  auch bei Hochformataufnahmen waagerecht.

Dann habe ich die Panoramafunktion ausprobiert. Vier Fotos von unserem Balkon aus gemacht und dann mit der beiliegenden Software ACDSee zusammengebastelt. Obwohl das eigentlich unfair ausgedrückt ist. Man muss nämlich lediglich die Fotos angeben und den Rest erledigt das Programm. Das geht prima und ohne Handjustierung. Hier das Ergebnis:

Und noch eine Panoramaaufnahme, diesmal aus zwei Fotos:


Der Fairness halber muss ich zugeben, dass hier noch ein wenig Bildbearbeitung mit im Spiel war.

Abends habe ich das Nachtprogramm getestet. Das Ergebnis ist beeindruckend. Man muss nur eine Möglichkeit finden, die Kamera aufzulegen, wenn man kein Stativ dabei hat.

Aufnahme mit dem "Nachtprogramm". Angestrahlter Kirchturm mit Vollmond im Hintergrund und Straßenlaternen.

Und da auch noch der Martinszug durchs Dorf ging, habe ich mich auch an das Martinsfeuer herangemacht.

Das allerdings ist zum Vergleich erst mal ein Foto von der JD 4100.

 

Aber die Pentax kann das ebenfalls. Bei beiden Geräten wurde der Blitz abgeschaltet. Die Aufnahme entstand ohne besonderes Belichtungsprogramm.

 

Und noch einmal mit Zoom ganz nah an das Feuer heran.

Nachdem ich jetzt schon eine ganze Weile mit der Optio S4 herumgelaufen bin und bereits etliche Aufnahmen gemacht habe kann ich sagen, dass die Arbeit mit diesem Gerät Spaß macht. Sie ist leicht und handlich, die Bedienung unkompliziert. Trotz der geringen Größe liegt sie gut in der Hand und kann ohne Verwacklungsgefahr bedient werden. Aber auf Grund der mangelhaften Abdichtung gegen Feuchtigkeit und Staub nehme ich sie bei schlechtem Wetter nicht mit nach draußen. Und trotz der Tatsache, dass ein "Snow and Surf"- Belichtungsprogramm vorhanden ist, weiß ich nicht, was ich beim nächsten Strandurlaub oder im Schnee machen werde...

Die Digitalfilter sind eher ein Gimmick, da hierdurch der Frequenzgang und damit die Aufnahme nicht so beeinflusst wird wie durch einen optischen Filter. Darüber hinaus lassen sich mit einem guten Bildbearbeitungsprogramm leicht ähnliche Effekte im Nachhinein applizieren. Dennoch ergeben sich durch den Gebrauch der Filter durchaus stimmungsvolle Fotos. Hier zwei Beispiele mit dem Sepiafilter:

 

Die Steinbachtalsperre im Gegenlicht.

Sobald die Sonne nicht mehr ganz so hell scheint, tritt der weiter oben beschriebene Gegenlichtfehler nicht mehr auf.

 

Sepiafarbenes Lichtspiel.

Für diejenigen, denen die Testfotos gefallen haben, hier nochmals der Hinweis, dass viele weitere Fotos, die mit der Pentax Optio S4 gemacht wurden, auf den "Herbstseiten" (Seite 2 und Seite 3) zu sehen sind.

Bei diversen Weihnachtsfeiern habe ich natürlich auch jede Menge Aufnahmen von Personen gemacht. Diese möchte ich aber hier nicht veröffentlichen, da es auch so etwas wie Datenschutz gibt. Aber abgesehen davon, dass die Reichweite des Blitzes auf etwa 3 m beschränkt ist (was bei großen Räumen knapp, aber trotzdem völlig ausreichend ist -zumal man hier die geringen Abmessungen der Optio S4 bedenken sollte), werden die Aufnahmen prima. Und noch etwas kann ich hier anmerken: Mit der Kamera fällt man auf und ständig muss man sich anhören: "Darf ich mal sehen?" oder "Kann ich auch mal ein Foto machen?".

Jetzt noch die Erfahrungen im Schnee: Die Aufnahen wurden morgens bei bedecktem Himmel gemacht. Schnee ist deshalb eine besondere Herausforderung für einen Belichtungsmesser, weil dieser auf die durchschnittliche Reflexionsfähigkeit der Motive (Albedo), die bei etwa 17 % liegt, eingestellt ist. Schnee hat aber einen wesentlich höheren Reflexionswert. Dadurch werden die Fotos in der Regel, sofern man nicht manuell korrigiert, unterbelichtet und sind meist blaustichig. Denn auch die Farbtemperatur (beim  Weißausgleich) entspricht nicht dem Normbild.

Die Optio S4 verfügt über ein "Snow and Surf" Programm, welches diese Probleme ausgleichen soll.


Mit Snow and Surf


Ohne Snow and Surf

Beide Bilder sind deutlich unterbelichtet, das Snow and Surf Programm verhindert aber immerhin den typischen Blaustich. Die Unterbelichtung ist aber grundsätzlich kein großes Problem, da sich so etwas leicht mit jeder vernünftigen Bildbearbeitungssoftware beheben lässt. Nur mit einer manuellen Belichtungseinstellung und viel Erfahrung (da Sonnenschein das Problem noch vergrößert) wären exakt belichtete Fotos möglich. Daher schneidet die Optio S4 hier nicht schlechter ab als jede andere automatisch belichtende Kamera. 

Hier das nachbearbeitete Foto auf Grundlage der "Snow and Surf" Vorlage. 

Apropos Bildbearbeitung: Wenn man auf die Funktionen Helligkeit und Kontrast verzichtet und statt dessen die Histogramm-Funktionen (auch Kurven genannt) geschickt einsetzt, kann man auch aus schwierigen Bildern etwas zaubern. Daher zum Abschluss noch mal ein besonders schwieriges Motiv: Überwiegend schwarzer Hund im Schnee, aufgenommen mit dem Snow and Surf Programm:


Original


Nachbearbeitet

Weitere Schneebilder sind hier zu sehen

Vorläufiges Fazit: Die Optio S4 ist ein aufsehenerregendes Designerstück, mit dem man prima fotografieren kann. Sie ist handlich, leicht und klein und lädt damit geradezu ein, sie immer und überall mit hinzunehmen. Dabei ist sie sehr schnell und bietet für ihre geringen Ausmaße ein Maximum an Bildqualität. Bedienung und Funktionsumfang bieten Anfängern wie Fortgeschrittenen genügend Möglichkeiten zur Bildgestaltung, auch wenn eine manuelle Zeit- und Blendeneinstellung nicht möglich ist. Leider bietet das Gehäuse zu wenig Schutz vor Umwelteinflüssen. Die Ausstattung könnte üppiger sein (Speicher, Tasche). Dafür ist die mitgelieferte Software gut.

Weitere Informationen:
www.digitalfotonetz.de 
www.pentax.de 


(c) Gregor Jonas 2003 - 2004