Ginster und natürliche Wiederaufforstung


Mitte Mai 2008:

Der Besenginster, das so genannte Eifelgold, blüht. Als Pionierpflanze benötigt der Ginster freie Flächen mit viel Licht. Wenn der umstehende Baumbewuchs zu hoch wird, verschwindet er wieder.


An der Steinbachtalsperre


Etwas oberhalb des Stausees wurde am zweiten Weihnachtstag 1999 durch das Orkantief "Lothar" eine Fichtenschonung schonungslos platt gemacht. Wie vielerorts in der Eifel waren die Fichten standortfremd und hatten der Gewalt des Orkans nichts entgegenzusetzen. Teilweise liegt und steht auch heute noch das Totholz dort. Aber die meisten Fichtenstämme wurden damals abtransportiert.


Das Waldstück wurde nicht wieder aufgeforstet, sondern man hat es bewusst so belassen, um wieder einen natürlichen, standortgerechten Bewuchs zu ermöglichen. Insofern hat man schon damals den Gedanken des nicht weit entfernten, erst 2004 gegründeten Nationalparks Eifel umgesetzt, Natur Natur sein zu lassen. Daher hat der Ginster, neben anderen schnell wachsenden Baumarten und Brombeergestrüpp, hier einen Platz gefunden, um sich so richtig breit zu machen.


Neben den Fichten standen hier wenige Kiefern und einige Eichen, aber keine Buchen, die eigentlich ebenfalls hier hin gehören würden. Einige der Eichen konnten dem Sturm trotzen und stehen nun einzeln oder in kleinen Gruppen. Das sie in einem dichten, dunklen Wald gestanden haben, kann man an der noch recht kurzen Belaubung unterhalb der Baumkrone erkennen.


Das recht kleine Waldstück ist nicht von Wegen durchzogen. Die Brombeeren machen ein Durchkommen sehr schwierig, aber dadurch ist alles sehr unberührt geblieben. Rehe stehen hier gerne. Man erkennt junge Eschen und einige schon etwas größere Eichen, die bereits vor Lothar gestanden haben müssen.


Da größere Freiflächen bis heute erhalten geblieben sind, hat man einen schönen Blick auf den Stausee.


Wo Wild ist, können Jäger nicht weit sein. Hier kann man aber auch schön die kleinen Eichenschösslinge erkennen, die überall herausgekommen sind. Da es vorher hier keine Buchen gab und es auch nur wenige Buchen im Umkreis gibt, fehlt die Konkurrenz.


Die obige Freifläche noch einmal als Panoramaaufnahme. Mit einem Klick auf das Panorama öffnet es sich in groß.


Ginsterblüte im Licht.


Hier stehen zwei schon recht hohe, aber noch junge Eichen, die 1999 den Orkan überstanden haben.


Rechts steht einer der letzten, so gerade noch lebenden Nadelbäume.



Die Ginsterblüte noch einmal von nahem.


Stellenweise bildet der Ginster dichte Streifen.


Hier hat sich ein dichter Birkenhain gebildet. Birken verbreiten sich dank ihrer leichten und flugfähigen Samen bis zu 70 km pro Jahr und sind damit das Pioniergehölz schlechthin. Birken wachsen dazu noch recht schnell. Dafür haben sie eine sehr überschaubare Lebenserwartung von 40 - 60 Jahren. Auch sie werden daher nach und nach von den Eichen verdrängt werden, die wiederum allmählich in einigen hundert Jahren den Buchen weichen werden.


Hier kann man gut erkennen, das der Ginster bereits rechts und links durch die Birken bedrängt wird.


Diesen Käfer habe ich unterwegs gefunden und erst beim Bearbeiten des Fotos bemerkt, das er / sie seinen Nachwuchs spazieren trägt.


Dieses Foto stammt aus einem nahe gelegenen Waldstück und soll zeigen, wie es in einigen Jahren auf der oben gezeigten Fläche aussehen wird. Ginster, Birken und Eschen sind verschwunden und haben Platz für junge Eichen und einige Buchen gemacht.

Die Idee, Waldflächen sich selbst zu überlassen, wird seit 2004 im Nationalpark Eifel umgesetzt. Bezogen auf die menschliche Lebenserwartung vollzieht sich der Wandel natürlich (und bedauerlicherweise) sehr langsam. Aber es ist dennoch faszinierend, dabei zuschauen zu dürfen!


(c) 2008 Gregor Jonas
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