Vodafone LTE

oder: Wo nichts, aber auch gar nichts funktioniert.


Vorausschickend sollte ich erwähnen, dass wir in einem kleinen Dorf in der Eifel leben. Immerhin ist hier über Telefonkabel der Deutschen Telekom DSL 3000 verfügbar. Nichts, was einen wirklich glücklich machen kann, aber ich habe schon Schlimmeres gehabt (an unserem vorherigen Wohnort hatten wir nur DSL light mit 446 kbit/s Download).

Als Ende Juni 2012 ein Vodafone-Vertreter samt seiner jungen, hübschen Begleitung an unserer Tür klingelte und uns etwas über Vodafone LTE mit 21600 kbit/s DSL erzählte, war ich natürlich interessiert. Also bat ich die beiden herein und meine Frau und ich ließen uns die Vorzüge des Angebots und der Technik erklären. Erstes Hauptargument war natürlich die für uns unfassbare Übertragungsgeschwindigkeit von 21600 kbit/s. Gegenüber 3000 kbit ist das ja ein Quantensprung. Dazu sollte das Ganze auch noch dauerhaft nur 34,99 € monatlich kosten. Plus einmalige Anschlusskosten von 10 € sowie 1 € für die Hardware. Als Hardware wurde uns AVM (Fritz!-Box) versprochen, was uns ebenfalls gut gefiel, weil wir uns tags zuvor noch über die Anschaffung eines neuen Fritz!-Box Routers unterhalten hatten. Letztes Verkaufsargument war, dass die monatlichen Kosten von Vodafone so lange ausgesetzt würden, bis der Vertrag mit der Telekom ausgelaufen sei. Dass der Vertreter (Klaus B., mutmaßlich vom Vodafone Shop Mayen) telefonisch erfragen konnte, wann unser Telekom-Vertrag ausläuft und wann dafür die Kündigungsfrist endet, hat mich etwas irritiert. Aber diese Information sei wichtig, da Vodafone den Vertrag kündigen und unsere Telefonnummer übernehmen würde. Wenn der Telekom-Vertrag zu lange weiter laufen würde, würde sich für Vodafone der Vertragsabschluss ja nicht lohnen. Immerhin ist das nachvollziehbar. Dann verwies Herr B. noch auf den in Sichtweite stehenden Funkmast, auf dem die Sendeanlage montiert ist. Wegen der Nähe zum Mast sei keine Außenantenne erforderlich und die 21600 kbit/s seien ausgemessen und daher auf jeden Fall verfügbar.

Die zweite Irritation war kurz vor der Unterschrift, weil im Vertrag andere Preise aufgeführt waren als die genannten. Die Erklärung lautete, dass dieses Angebot erst ab dem 01.07.2012 gelte und er (Herr B.) daher den Vertrag erst nächste Woche (also Anfang Juli) weitergeben werde. Außerdem hatte er die alten Preise handschriftlich durchgestrichen und den vereinbarten Preis per Hand dazugesetzt. Außerdem hätten wir zusätzlich zu den gesetzlichen Widerrufsfristen eine vierwöchige Zufriedenheitsgarantie, innerhalb derer wir von dem Vertrag zurücktreten könnten. Also haben wir den Vertrag unterschrieben. Dann händigte er mir noch ein Formular aus, dass ich zusammen mit der Kündigungsbestätigung durch die Telekom an Vodafone faxen sollte, damit man dort festhalten könne, für wie lange die Kostenbefreiung gilt.

Etwas mehr irritiert war ich, als ich später feststellte, dass ich keinen Durchschlag des Vertrages hatte. Das muss ich auf meine Kappe nehmen, das habe ich einfach verpennt. Aber wahrscheinlich ist es so selbstverständlich, dass man einem Kunden eine Kopie eines unterschriebenen Vertrages oder Auftrags aushändigt, dass ich gar nicht auf die Idee gekommen bin, danach zu fragen. Aber bei Vodafone scheint ja alles etwas anders zu laufen.

Etwa drei Wochen später (die eine Woche, die für das Abwarten auf das Juli-Sonderangebot erforderlich war plus 2 Wochen Bearbeitungszeit) kam ein Paket mit der Hardware. Erste Enttäuschung: Enthalten war eine LG-Hardware( Easy-Box). Von der versprochenen Fritz!-Box keine Spur. Aber da das Zeug nun mal da war und die Neugier auf ein schnelles Internet überwog, habe ich nach Anleitung alles aufgebaut. Das Set bestand aus einer Antenne (eine kleine flache Kiste, die möglichst in Fensternähe aufgestellt werden sollte) und der Easy-Box. Der Anschluss war schnell erledigt. Und weil ja keine Telekom-Leitung benutz wird, konnte das alles parallel zum Telekom-Anschluss eingerichtet werden. Dann noch die WLAN-Kennung im PC eingetragen und schon war ich per Vodafone online. Damit endet dann auch der erfreuliche Teil der gesamten Aktion. Denn von einem schnelleren Anschluss war nichts zu spüren. Subjektiv war der Vodafone-Anschluss nicht schneller als der von der Telekom. Zudem hakte er zwischendurch. Ein Blick in das Handbuch und das Menü der Easy-Box aufgerufen. Fazit: Das Ding taugt nix, wenn man einfache Einstellungen vornehmen will. Positiv ausgedrückt, man kann damit auch nichts falsch machen. Leider gibt es keine Möglichkeit, die Verbindungsgeschwindigkeit zu messen (was hätte ich da für eine Fritz!-Box gegeben). Es gibt zwar Menüpunkte, die Ähnliches versprechen, aber Werte wurden keine angezeigt. Als Nächstes habe ich die Geräte in ein anderes Fenster gestellt, dass eine direkte Sichtverbindung zum Sendemast hat. Die Geschwindigkeit blieb enttäuschend. Widerstrebend schaute ich im Handbuch der Antennenbox nach, was dort zu der Signalstärke zu finden war. Immerhin hat die Antenne eine LED mit drei Farben. Grün bedeutet "Gute Signalstärke". Und die LED leuchtete grün. Am Empfang konnte es also nicht liegen. Dann installierte ich mir den NetSpeedMonitor, damit ich die Verbindung messen konnte. Siehe da, der Empfang schwankte zwischen 4500 und ca. 6000 kbit/s. Mein subjektiver Eindruck war also richtig.

Folglich blieb nur ein Anruf bei der Vodafone-Hotline. Erst mal kam Fräulein Computer an den Apparat, nachdem mir versichert wurde, dass dieser Anruf kostenlos sei. Eine Litanei Nachfragen und der Eingabe der Zugangsdaten später (per Telefontastatur, weil das mit der Spracherkennung irgendwie schwierig war), wurde zu einer zuständigen Stelle weiterverbunden. Nachdem ich dann mehr als 30 Minuten Musik und Freizeichen hinter mir hatte, kam ich auf die Idee, mein Telefon auf Lautsprecher zu stellen. Das verkürzt die Wartezeit zwar nicht, erleichtert aber das Warten an sich, da man beide Hände für sinnvollere Tätigkeiten frei hat. Irgendwann einmal hatte ich eine freundliche Dame in der Leitung, die mir erklärte, dass man ohne Außenantenne keine 21600 erreichen könne. Dann hat sie die Leitung durchgemessen, kam aber irgendwie nicht weiter und vertröstete mich auf die technische Abteilung, die sich mit mir in Verbindung setzen würde. Am nächsten Morgen fand ich eine SMS, dass ich mich bei der Hotline melden solle. Also wieder bei der Computerdame angerufen, diesmal schon vorbereitet und mit den Zugangsdaten zur Hand und dann das Telefon auf Laut gestellt. Die Wartezeit war nicht einmal ganz so lange wie tags zuvor. Als ich dann endlich einen Agenten aus Fleisch und Blut am Rohr hatte, wurde mir erklärt, dass ich leider die versprochene Geschwindigkeit nicht erhalten könne. Und deshalb sei es für mich günstiger, wenn ich in einen preiswerteren Tarif mit DSL 7000 wechseln würde. Gut, das wäre immer noch schneller als mein 3000er Telekom-DSL. So fragte ich, was mich das denn kosten würde. Die Antwort war verblüffend: Ca. 10 € im Monat weniger, also so um die 45 €. Dabei hatte ich die 21600 für 34,99 € abgeschlossen! Meine entsprechende Erwiderung wurde lapidar abgetan und außerdem wären handschriftliche Änderungen auf Verträgen nicht gut (sprich, sie wären ungültig). Das heißt, die haben den Vertrag wohl schon vor Juli eingegeben und damit mit den falschen Konditionen. Aber da hatte ich schon keine Lust mehr, mich darüber zu streiten.

Ein Kündigungsschreiben war schnell gefertigt und eine Faxnummer stand extra für Kündigungen auf der Vofafone Internetseite. Also schnell gefaxt. Das war am 18.07.2012. Damit war das Thema Vodafone für mich erledigt, so dachte ich in meiner unendlichen Naivität. Etwas gutgläubig hatte ich angenommen, dass die Kündigungsbestätigung innerhalb weniger Tage käme, zumal ja die Kündigung bei der Telekom zurückgenommen werden musste. Schließlich wollte ich nicht am Ende ganz ohne Vertrag und damit ohne Internetanschluss dastehen. Meine Frau hätte mich erschlagen.

Als aber in den nächsten drei Tagen nicht kam, schrieb ich eine Mail an Vodafone mit der Bitte, die Kündigung notfalls auch per Mail zu bestätigen. Darauf kam ein Telefonanruf, allerdings erst etwa drei Wochen später. Vorher kam... nichts. Daher rief ich in der Zwischenzeit die Hotline der Telekom an. Fazit: Eine Kündigung seitens Vodafone war noch gar nicht erfolgt. Dann wurde mir ein neuer Telekom-Vertrag mit verbesserten Konditionen angeboten (35 € / Monat, also das, was ich bei Vodafone auch hätte bezahlen sollen). Zwei Tage nach diesem Anruf kam von der Telekom die Vertragsänderung schriftlich mit zweiwöchigem Widerrufsrecht. Als auch anschließend von Vodafone nichts kam, rief ich deren Hotline an (ja, mit Fräulein Computer und der Lautsprechertaste). Immerhin erfuhr ich, dass ich Widerrufsberechtigt sei und dass die Bearbeitung noch etwas dauern würde (wir bitten um Verständnis). Datum: 26.07.2012. Na ja, immerhin. Also schickte ich jetzt die Hardware wieder retoure. Das war noch am gleichen Tag was zeigt, dass ich dieses ganze Durcheinander endlich aus den Füßen haben wollte.

Als Anfang August eine nette Dame bei mir auf dem Handy anrief, um meine Mail vom etwa 20. bis 22.07.2012 (kann ich nicht mal genau sagen, da Vodafone nur über Kontaktformular erreichbar ist und keine Kopie der Sendung schickt) zu beantworten. Demnach war die zurückgeschickte Hardware angekommen und die Kündigung in Arbeit. Mit einer schriftlichen Kündigungsbestätigung könne ich in den nächsten Tagen rechnen.

Am 15.08.2012 fand ich eher zufällig in meinem SPAM-Ordner eine Rechnung von Vodafone. Rechnungshöhe 52,55 €. Dass der Vertrag falsch eingegeben war, wusste ich ja schon. Aber dass trotz seit ziemlich genau vier Wochen nach Kündigung immer noch eine (zudem unberechtigte und falsche Rechnung) kam, hat mich dann doch maßlos geärgert. Also habe ich wieder mein Computerfräulein angerufen, die mich immer noch nicht wiedererkannte. Vor lauter Aufregung hatte ich sogar vergessen, meine Zugangsdaten herauszusuchen. Aber in den mehr als 30 Minuten, in denen ich mir Musik aus dem Telefonlautsprecher angehört habe und mehrmals zwischen meinem Arbeitszimmer und meiner Frau hin und her gerannt bin, hatte ich ja Zeit genug. Immerhin gibt Fräulein Computer nach zweimaliger Aufforderung auf, wenn man die Daten dann nicht zur Hand hat und verbindet auch so. Als ich dann endlich jemanden am Ohr hatte, wurde ich, nachdem ich erzählt hatte, was ich will, erst mal gefragt, was wer wann wie wo gemacht hat, anstatt in die Daten zu schauen, die ja vorlagen. Dann wurde mir erzählt, dass die Rechnung ja richtig sei (dass der Vertrag an sich falsch erfasst war, hätte ich auch einem Baumstumpf berichten können) und dass es halt seine Zeit dauere, so einen Vertrag rückgängig zu machen. Das würden die Kollegen der Abteilung LTE schon machen und mir das dann zu gegebener Zeit auch schriftlich mitteilen. In der Zwischenzeit würde sie (die Frau an meinem Ohr) eine Sperre setzen, so dass der  Rechnungsbetrag nicht eingezogen würde. Ansonsten schien sie das Ganze nicht sehr zu interessieren, so als ob wir hier nicht die einzigen Opfer wären, denen so etwas passiert.

Irgendwie fehlt mir gerade der Optimismus um zu hoffen, dass jetzt tatsächlich alles erledigt ist. Ein solch desinteressiertes Auftreten gegenüber Kunden (die in diesem Fall sicher nie wieder auf die Idee kommen werden, jemals wieder einen Vertrag mit Vodafone abzuschließenn) übertrifft selbst die Deutsche Telekom in ihren besten (schlechtesten) Zeiten um Längen. Bei Vodafone funktioniert offenbar nichts, aber auch gar nichts. Da ist es nur eine Fußnote, dass mein Name, der bei Vertragserfassung im Vodafone-Computersystem falsch eingegeben worden war (Vor- und Nachname vertauscht) trotz Zusage von Anfang Juli, das zu ändern, bis heute falsch geblieben ist. Aber es passt ins Bild.

Da kann ich nur hoffen, dass es auch Leute gibt, bei denen Vodafone ihre Zusagen einhält und versprochene Leistungen auch liefert.

Mitte August 2012

Gregor

Nachtrag:

Mit Datum 18.08.2012 kam am 22.08.2012 die schriftliche Kündigungsbestätigung von Vodafone. Exakt einen Monat nach der Kündigung. Sehr unbefriedigend und Kundenunfreundlich. Aber zu diesem Zeitpunkt ist man ja wohl auch nicht mehr Kunde. Ob jemand danach ohne Internetanschluss oder Telefon dasteht, interessiert in dem Laden niemanden.

Hier der Scan der Kündigungsbestätigung (Standardschreiben aus der Textbausteinkiste). Dazu noch ein paar Anmerkungen:

Wie kann ein Fax, dass am 18.07.2012 gesendet wurde (Versandbestätigung liegt vor), erst am 17.08.2012 bei Vodafone eingegangen sein?

Bedauern über die Kündigung? Klar, weniger Einnahmen. Aber kümmert man sich nicht um solche Kunden und versucht, sie zu halten anstatt sie nach Ihren Beweggründen zu fragen, wenn längst alles gelaufen ist? Da noch mal anrufen? Freiwillig? Bei Fräulein Computer? Keine Chance.

Nach 4 Wochen mit der Bearbeitung beginnen? Stramme Leistung! Das mit der Vertragslaufzeit passt vielleicht, wenn man einen gültigen Vertrag hatte. Aber wenn man von einem Vertrag zurückgetreten ist, bevor er wirksam wurde? Und das, wo die Kündigung bereits seit 4 Wochen vorlag. Das wären dann insgesamt schon 8 Wochen.

Noch eine Rechnung erhalten? Ich hab schon eine, die nicht berechtigt war. Daher kann ich auf noch eine Rechnung gerne verzichten. Sonst müsste ich bei denen ja schon wieder anrufen (grusel).

Bei Kündigung im Rahmen der Zufriedenheitsgarantie wird der Anschluss abgeschaltet (man beachte die Zukunftsform). Nur 2 oder 3 Tage nach dem Kündigungsfax (das ja angeblich erst 4 Wochen später eingegangen ist) war der Anschluss tot. Und ein Portierungsauftrag ist bei der Telekom nie eingegangen.

Oh, jetzt wird mir nicht nur eine, sondern noch eine "übernächste" Rechnung angedroht. Ich bin restlos begeistert...

Ach ja, liebe Vodafone: Nein, ich werde meine Entscheidung mit Sicherheit nicht mehr überdenken.

 

Sonntag, 17.09.2012

Die in o.g. Kündigungsbestätigung angedrohte Rechnung fand ich am Montag in meinem SPAM-Ordner (wo sie eigentlich richtig aufgehoben war). Gesendet worden war sie am Sonntag. Ein Blick in  mein Konto zeigte mir, dass der aufgelaufene Betrag inzwischen 63,44 € beträgt. Siehe Screenshot. Die Rechnung weist einen Betrag von 10,89 € bis 20.08.2012 auf; die restliche Summe war ja vorläufig ausgesetzt worden. Kann eine einzelne Firma eigentlich so dermaßen unfähig sein? Ich habe per Mail an kontakt@vodafone.com den Einzug von meinem Konto untersagt. Zugegebenermaßen ist der Ton dieser Mail nicht sehr freundlich, auf Höflichkeitsfloskeln habe ich verzichtet. Irgendwie war mir nicht danach.

Hier im Dorf und der Umgebung, in der jeder jeden kennt, konnte ich Vodafone nicht weiterempfehlen. Hier auf meiner Homepage kann ich das ebenfalls nicht tun. Mal sehen, ob ich eine Antwort erhalte und wie sie ausfällt. Ich habe die Befürchtung, dass ich hier noch des Öfteren berichten muss.

 

28.09.2012

Vodafone war so dreist, bei mir 63,44 € abzubuchen, trotz meines Widerrufs der Einzugsermächtigung vom 17.09.2012. Nicht einmal das funktioniert. Eine Antwort auf meine Mail hatte ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Ich wurde nicht enttäuscht. Jetzt ein neuer Versuch, bevor ich das ganze Drama endgültig meinem Anwalt übergebe. Diesmal per Fax, damit die Vodafone-Deppen sich nicht damit herausreden können, sie hätten etwas nicht erhalten. Und ein Einschreiben mit Rückschein ist mir zu aufwändig. In der Hoffnung, dass ich wenigstens auf dieses Schreiben eine Reaktion erfahre...

 

08.10.2012

Überrascht es noch jemanden, dass auch auf dieses mit Fristen versehene noch nicht einmal die erbetene Eingangsbestätigung gekommen ist? Nicht, dass diese wirklich erforderlich gewesen wäre, schließlich habe ich ja die Versandbestätigung des Faxes. Die Geschäftspolitik von Vofafone scheint zu sein, alles auszusitzen. Wahrscheinlich haben die nicht einmal das Personal, um sich mit Kundenwünschen- und problemen zu befassen. Es sei denn, man kann etwas verkaufen.

Ich habe jetzt ein paar Nächte über das Ganze geschlafen. Dabei ist mir eine einfachere Lösung eingefallen, als den Fall meinem Anwalt zu übergeben. Zunächst einmal ist es natürlich unverhältnismäßig, wegen eines solchen Betrages, den ich sicher ohnehin irgendwann einmal zurück erhalten würde, einen solchen Aufwand zu betreiben. Obwohl es mir natürlich Freude machen würde, wenn die dabei entstehenden Kosten Vodafone zur Last gelegt werden würden. Außerdem wäre es schön, den Kumpel aus meinem alten Heimatdorf Kirchheim mal wieder zu sehen. Natürlich könnte ich auch meine Tochter, die gerade ihr erstes juristisches Staatsexamen gemacht hat, mit einem Fall zur praktischen Übung beauftragen. Aber wie gesagt, es geht ja auch einfacher. Man muss nur darauf kommen.

Also habe ich abgewartet, bis heute die Post da gewesen ist, habe meine Kontoauszüge und das Fax überprüft und nachdem all das negativ gewesen ist, habe ich die Lastschrift durch Vodafone einfach online zurück gegeben. Ein Hoch auf das Onlinebanking. Ich hatte Vodafone ja die Einzugsermächtigung widerrufen bzw. vorher explizit das Einziehen untersagt. Wobei sich die Frage stellt, ob nach Widerruf des Vertrages und deren Anerkennung die Einzugsermächtigung nicht automatisch mit erloschen ist. Jedenfalls hat Vodafone keine berechtigte Forderung gegen mich und konnte daher auch kein Recht zu einer Banklastschrift geltend machen.

Egal, jetzt, da deren Konto einen ungedeckten Betrag aufweist, MUSS sich dort jemand damit beschäftigen. Und wenn es nur ein Buchhalter ist, der dem Fall nachgehen muss. Und jede menschliche Beschäftigung damit ist nicht nur ein Erfolg für mich, sondern kostet Vodafone auch Geld. Nicht zu vergessen, dass ich sofort mein Geld zurück habe. Sagte ich schon mal, dass ich es nicht mag, wenn man mich ignoriert? Falls Vodafone ihrerseits jetzt auf die Idee kommen sollte, hier eine Mahnung oder sonst etwas in dieser Richtung loszulassen, habe ich immer noch die Option, den Kram in fachkompetente Hände abzugeben.

 

13.10.2012

Nun ja, ich muss anerkennen, das Vodafone sich gekümmert hat. Immerhin zwei Wochen nach der unberechtigten Abbuchung und meinen Schreiben bekam ich die Antwort, dass mir eine Gutschrift über die 63,44 € ausgestellt wurde. Auf welches Schreiben genau sich die Antwort bezieht, die E-Mail oder das Fax, bleibt unklar. Da die Antwort per Mail kam, vermute ich, dass das Fax noch gar nicht bearbeitet wurde. Dummerweise hat bei der Bearbeitung mal wieder niemand in das Konto geschaut und daher nicht bemerkt, dass dieser Betrag schon längst wieder bei mir gelandet ist. Da ich Vodafone ja zwei Mal auch auf diese Seite hier hingewiesen habe, hätte auch das Lesen hier einen entsprechenden Hinweis geliefert. So wird die Geschichte also weiter gehen. Denn wenn ich jetzt von mir aus das Geld zurück überweise, ist das Chaos perfekt. Also warte ich mal ab, wann Vodafone sich wieder meldet.

Nebenbei bemerkt habe ich für die folgende Aussage in der Antwort grundsätzlich Verständnis: "Leider ist es aus systemtechnischen Gründen nicht möglich eine Rechnungserstellung und Versendung zu unterdrücken, während ein Widerruf oder ähnliches vom Kunden gewünscht wird." Allerdings kommt es hier auf das Wort "während" an. Die Kündigungsbestätigung stammt vom 18. August diesen Jahres! Der Vertragswiderruf am 18.07.2012. Für mich heißt dass, Vodafone hat genau 4 Wochen für die Bearbeitung des Widerrufs benötigt. In dieser Zeit, so sollte man meinen, sollte es doch möglich sein, den Widerrufsvorgang komplett und endgültig zu bearbeiten. Aber das scheint ja dann naives Wunschdenken zu sein.

Und noch eine Kleinigkeit: Die Anrede ist immer noch falsch. In meinem Online-Kundenkonto hatte ich versucht, das zu ändern. Da das aber nicht geht, hatte ich eine entsprechende Bitte per Mail abgesendet. Das war natürlich noch vor der Vertragskündigung. Vielleicht kommt die Änderungsmitteilung ja auch noch irgendwann ;)

 

05.11.2012

Ende letzter Woche klingelte es an der Haustüre. Davor stand ein Vodafone-Vertreter und wollte uns einen LTE-Vertrag anbieten. Da wir irgendwie gespannt waren, was dabei rauskommen würde, haben wir ihn herein gebeten. Es entwickelte sich ein nettes Gespräch (aber keinen neuen Vertrag). Immerhin erfuhren wir, dass es den Unterschied zwischen Vodafone und Vodafone Vertragspartnern gibt. Das kann im Prinzip jeder werden. Und die dürfen nicht ungefragt raus, um Kunden zu werben. Nur auf Anfrage. Dann legt Vodafone Wert darauf, dass vor Ort eine Verbindungsmessung gemacht wird. Auch das war ja nicht der Fall. Und zu guter Letzt erfuhren wir, dass "unser" Funkmast zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses und der Installation noch gar nicht offiziell in Betrieb gewesen war. Ein neuerlicher Test ergab jetzt immerhin 11.000 KBit/s. Und dass keine AVM-Hardware ausgeliefert wird, war auch bekannt. Selbst zu der Tatsache, dass der erste Vertreter, Herr B. "vergessen hat, uns eine Vertragsdurchschrift zu überlassen, konnte der nette Herr eine Erklärung liefern: Er zeigte mir das richtige Formular und das sah völlig anders aus als dass, das ich unterschrieben hatte. Nach meinen Beschreibungen habe ich zwar einen LTE-Vertrag unterschrieben - aber einen für Mobiltelefone.

Dass ich trotzdem keinen neuen LTE-Vertrag abgeschlossen habe, sollte aber jetzt niemanden überraschen.

Heute kam dann ein Anruf, dass alle Konten glatt gebügelt wurden, keine Rechnungen mehr kommen und dass damit der Fall zu den Akten gelegt werden kann. Hat zwar gedauert und hat mich etliche Nerven gekostet, aber wenigstens haben wir auch einiges gelernt. Quasi ein Happy End, zumindest ein Happy End light. Und wer weiß. Wenn in zwei Jahren mein erneuerter Telekom-Vertrag ausläuft, muss ich das hier noch mal gründlich nachlesen ;-)


(c) 2012 Gregor Jonas
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