Autounfall und Folgen

Tja, gestern Abend um diese Zeit (08.10.2002, 19:50 Uhr) saßen wir friedlich in unserer Wohnung, als draußen ein ziemlicher Krach zu hören war.

Da wir ja im Hang wohnen, ist auch die Straße zu unserem Haus ziemlich abschüssig. Dadurch haben wir zwar eine schöne Aussicht, dafür lauern Gefahren ganz eigener Art:

Vor einigen Monaten hatte ein unvorsichtiger Autofahrer ohne Handbremse und eingelegtem Gang geparkt, was einem Stromverteilerkasten ziemlich gründlich den Garaus gemacht hat.

Gestern nun passierte das einer Frau, die dummerweise einen Galloper (ca. 2,8 Tonnen Gewicht) mit riesigem "Bullengitter" an der Front fährt. Das Gefährt nahm Fahrt auf (daher der Name?), rollte bergab quer über die Straße, traf unseren armen, unschuldigen Kangoo frontal, schob diesen auf das dahinter stehende Fahrzeug und dieses noch auf ein weiteres. Danach sah unser Auto aus wie ein Schifferklavier. Und dabei hatten wir es gerade knapp 6 Wochen :-((

Folgerichtig hat der Gutachter heute einen Totalschaden festgestellt.

4 Autos waren beteiligt, 3 anschließend beschädigt (der Galloper hat nichts), 2 reparabel und 1 Totalschaden. dabei waren 0 Fahrer beteiligt. (Die Halterin des Galloper galoppierte hinter ihrem Auto her, als sie das Malheur bemerkte.) Galloper ist übrigens kein Schreibfehler!

Wenn wir Glück haben, bekommen wir bald einen neuen!

Hier erst mal zwei Fotos von unserem Unglücksauto: Unser Kangoo nach dem Frontalzusammenstoß (Gutachterfoto)
Unser Kangoo nach dem Frontalzusammenstoß (Gutachterfoto) Erstaunlich, mit welcher Wucht so ein schweres Fahrzeug das "Leichtgewicht" Kangoo beschädigt hat!

Alles in allem lief die Schadensregulierung zu unserer Zufriedenheit. Leider konnten wir in der Kürze der Zeit (der Mietwagen stand uns nur 10 Tage zu) nur einen Kangoo in "Kirschrot metallic" auftreiben. Aber immerhin ein fahrbarer Untersatz, der (bis auf die Beulen und die Farbe) unserem alten aufs Haar gleicht.

Alles in allem ist es natürlich gut, dass es keine Personenschäden gab. Aber so ganz ohne (finanziellen) Schaden kommt man aus dieser Nummer nie heraus. Neben der unten angesprochenen Mehrwertsteuerregelung hat man die Lauferei bei der Suche nach einem Ersatzfahrzeug und muss sich mit der gegnerischen Versicherung und dem Gutachter herumschlagen. Einer der wenigen Vorteile ist, dass man die ganze Sache einem Anwalt übergeben kann, dessen Kosten die gegnerische Versicherung trägt , so dass man sich wenigstens nicht mehr um die Schadensabwicklung zu kümmern braucht. Ein neues Fahrzeug besorgt einem der Anwalt aber auch nicht, was vielleicht aber auch ganz gut ist.

Eines habe ich aber trotzdem zu meckern. Seit dem 01.08.2002 gibt es eine neue gesetzliche Regelung zum Schadensersatz:

Man bekommt den Schaden lediglich netto ausbezahlt. D.h., die Versicherung behält die Mehrwertsteuer erst mal ein. Das hat zur Folge, dass man zunächst mit diesem Betrag in Vorleistung treten muss und, falls man weniger ausgibt, als der nachgewiesene Schaden (weil man ein Schnäppchen gemacht hat oder schwarz arbeiten lässt), tatsächlich weniger ausbezahlt bekommt als einem zusteht. Und das, obwohl ein Privatmensch sonst nie etwas mit der Mehrwertsteuer zu tun hat. Außer natürlich, sie zu bezahlen.

Ein Beispiel: Ein Rentner erleidet schuldlos an seinem Fahrzeug einen Totalschaden. Das Auto war 20.000 € wert. Er bekommt aber nur 16.800 € ausbezahlt. Die 3.200 € MWSt. werden zunächst einbehalten. Wenn dieser Rentner sich jetzt entschließen sollte, gar kein Fahrzeug mehr zu kaufen, kann er diese 3.200 € abschreiben.

Ein Hoch auf unsere Regierung!


(c) 2000-2003 Gregor Jonas
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