[Seite 1 | Seite 2 ]

Die Entwicklung unseres Gartens vom Kauf bis heute

Bilder und Berichte von der Gestaltung eines 3.000 m² großen Grundstücks, dass längere Zeit mit wenig Pflege auskommen musste.


Es ist Frühjahr 2015, nach einem kühlen Frühjahr beginnt jetzt die Gartenarbeit. 2010 haben meine Frau und ich in der Eifel ein Haus mit großem Grundstück gekauft. Und wenn ich groß sage, meine ich groß. Zumindest im Verhältnis zu dem, was heutzutage an Grundstücken bebaut wird. Der Vorbesitzer hatte wenig Zeit, sich darum zu kümmern. Dabei ist die ursprüngliche Gartenanlage recht gelungen. Es gibt einen nach Westen gelegenen Teich mit Goldfischen, Molchen, Kröten, allerlei Insekten und Ringelnattern. Der Vorgarten war zugewachsen und der ursprünglich als Nutzgarten gedachte Bereich war zum Schluss eine Rasenfläche. Die große Terrasse war mit einem Zaun und einem hässlich blau gestrichenen Gartenhaus quasi abgeschottet, so dass man den hinteren Teil des Gartens kaum sehen konnte. Dieser war kleingliedrig gestaltet und unterteilt, teils mit Zäunen, deren Pfosten in überdimensionierten Betonklötzen steckten. Dahinter war und ist eine Wiese, auf der lange ein Esel lebte und auf der eine etwa 100 Jahre alte Scheune samt einem kleinen Stall steht.

Wir standen also vor der Aufgabe, diese Riesenfläche so zu gestalten, dass sie nutzbar und mit einem vertretbaren Aufwand auch instand gehalten werden konnte. Die zunächst folgenden Bilder stammen noch von den ersten Hausbesichtigungen und nach den ersten Arbeiten. So kann man sich im Wortsinne ein Bild davon machen, wie wild und zugewuchert große Bereiche rund um das Haus gewesen sind.

Unser großer Gartenteich, der normalerweise weder einen Filter benötig noch zusätzliches Futter für die Fische verlangt. Die Fische leben auch so ganz gut und vermehren sich prächtig, bis ein Reiher die Reihen für die nächste Generation lichtet. Das Efeu an der Wand wuchs bis auf das Flachdach und löste dabei auch die Verschieferung der Dacheinfassung. Die über die Schiefer gehenden Triebe mussten abgeschnitten und das Efeu bis an die Wand zurückgeschnitten werden, damit es sich nicht unter seinem Eigengewicht löst. Inzwischen lässt sich die Wand mit einer Heckenschere recht schnell und exakt beschneiden. Den oberen Rand freizuhalten ist aber eine Menge Arbeit geblieben. Efeu wächst schnell und um den Schiefer zu schützen, muss ich die jungen Triebe mehrmals im Jahr schneiden. Nach einigen Versuchen habe ich festgestellt, dass das mit einer Buchsbaumschere am schnellsten geht.

Der im Vordergrund stehende Kirschlorbeer hält sich beim Wachstum zurück, weil er zu wenig Wasser bekommt. Links auf der Ecke steht eine riesige Birke, die auch für Schatten auf dem Teich sorgt und eine dicke Salweide steht dahinter. Die wurde aber auf knapp 3 m Höhe gekürzt, weil die Äste über dem Garagendach hingen und dieses mit Laub übermäßig bedeckten. Ich hatte die Vorstellung, ich könnte aus dem alten Baum eine Kopfweide machen, so wie ich sie aus Kinderbüchern in Erinnerung habe. Aber der Baum ist wohl schon zu groß und hat auf die Kürzung nicht sehr erfreut reagiert. Im Gegensatz zu der später noch gezeigten Trauerweide sind die neuen Austriebe an der Salweide eher spärlich. Birken und Weiden ziehen sehr viel Wasser aus dem Boden, so dass für den Kirschlorbeer wenig übrig bleibt. Da das Gewächs in der Eifel nicht heimisch ist, bin ich nicht traurig deswegen. Aber meiner Frau gefällt es natürlich. Also bleibt es stehen und kann sich vielleicht berappeln, weil die Weide jetzt ja nicht mehr viel Wasser benötigt. Eine Heckenschere ist ja vorhanden...

Der Eingangsbereich. Überall im Vorgarten waren großzügig Natursteinplatten verteilt, die zwar niemand mehr sehen konnte, über die man aber gerne stolperte und die es unmöglich machten, mit einem Rasenmäher über das Bodendickicht zu holpern. Diese Platten mussten also weg. Der Vorgarten weist nach Norden und bekommt daher am Boden relativ wenig Licht ab. Die Akazie links vom Weg ist im Sommer sehr dicht belaubt und bietet Nistmöglichkeiten für mehrere Brutpaare verschiedener Singvögel. Da sie aber auch bis dicht an das dahinter liegende Fenster wächst, verdunkelt sie das Zimmer sehr stark. Sie muss also regelmäßig beschnitten werden. Die große Kiefer rechts stand dicht am Haus und musste ganz entfernt werden.

Ein Teil des hinteren Gartens mit Zufahrt zu einem an die Scheune angebautem Carport, dass wir jetzt als Brennholzlager verwenden. Rechts war aus alten Bahnschwellen ein "Sandkasten" gebaut, der aber eher ein Schutt- und Mülllagerplatz war. Entlang der Fahrt war es ansonsten recht aufgeräumt. Die Bahnschwellen konnte ich nach der Beseitigung des Sandkastens nutzen, um hinter dem Gewächshaus einen Komposter zu bauen. Hinter der Konstruktion stand ein Mittelspannungsmast aus Beton, der 2012 zu unserem Glück abgebaut wurde. Das Betonfundament in gut 2 m Tiefe blieb im Boden. Auf der Fläche des Sandkastens und des Mastes stehen inzwischen kleine Buchen und Hainbuchensetzlinge, die einmal eine kleine Hecke bilden sollen.

Neben dem Carport steht auch heute noch ein kleiner Regenwasserbehälter. Daneben stand eine riesige Trauerweide, die die Scheune überragte und die aus Sicherheitsgründen gefällt werden musste. Das war gar nicht so einfach, weil es keine Möglichkeit gab, den Baum einfach umzulegen. Zum Einen hing er mit seinem Schwerpunkt über der Scheune und auf der anderen Seite nur etwa 3 Meter entfernt ist die Grundstücksgrenze samt Zaun. Also blieb uns nichts anderes übrig als Ast für Ast mit der Bügelsäge abzuschneiden, wobei mir unser Nachbar sehr geholfen hat. Den Stamm konnten wir dann Stück für Stück mit der Motorsäge und einem langen Seil absägen und in die gewünschte Richtung fallen lassen. Ich staune immer noch, dass wir das geschafft haben, ohne etwas kaputt zu machen.

Die kleinere Trauerweide hier wurde auch auf etwa 3m gekürzt und wächst munter weiter. Das konnte ich alleine machen, weil drumherum nichts im Weg stand.

Auf der Wiese hinter der Scheune standen zwei uralte Pflaumenbäume, die bereits mehr tot als lebendig waren und die ebenfalls weichen mussten. In dem eingezäunten Karree wächst noch eine Wildpflaume, daneben aber auch ein kleiner Ahorn, der sich offenbar selbst eingeladen hat. Sobald der Sprössling in zwei oder drei Jahren groß genug ist, kommt die Wildpflaume weg. Der Zaun an der Scheune kam zwischenzeitlich weg, weil die sich dahinter befindlichen Holzbottiche, in denen wohl irgendwann einmal Blumen gestanden haben müssen, völlig verrottet waren und entfernt werden mussten. Heute stehen dort junge Obststräucher und wieder ein Zaun, um die Hühner fern zu halten.

Eine große Herzkirsche im Vorgarten mit sehr leckeren Früchten, zu diesem Zeitpunkt aber völlig ungepflegt, dafür aber mit reichlich Nachwuchs in der Nähe.

Ein Blick von der großen Südterrasse auf das inzwischen abgerissene Gartenhaus. Rechts neben dem Zierbrunnen befindet sich eine ehemalige Voliere, die inzwischen als Unterstellplatz für Gerätschaften und den Grill genutzt wird. Der Zaun zum Garten ist ebenfalls weg, gleiches gilt für die Tonnen und diverse Kompostierer, die relativ planlos platziert waren. Der irgendwie charmante Hinterhofcharakter der Terrasse ist natürlich jetzt weg, aber man kann nicht alles haben. Und weil das blaue Gartenhaus morsch war, bestand zum Abriss auch nie wirklich eine Alternative.

Der ehemalige und zukünftige Pflanzgarten. Im Hintergrund ein kleines Gewächshaus, an dem die Scheiben dringend erneuert werden müssten. Aber so lange die Birke direkt daneben steht, lohnt sich der Aufwand wohl nicht. Ich habe zwar mit einem Hochdruckreiniger in jedem Frühjahr das Moos entfernt, aber die Scheiben bestehen aus Kunststoffplatten, deren Außenseiten mit einer Röhrenstruktur zusammengehalten werden. Da die Einfassungsdichtungen im Laufe der Jahre hart und undicht geworden sind, hat sich im Inneren der Platten ebenfalls Moos und Ähnliches breit gemacht, das man natürlich nicht mehr entfernen kann. Zusammen mit der Beschattung durch die Birke ist die Sonneneinstrahlung im Inneren des Gewächshauses also sehr gedämpft.

Der hintere Teil des Gartenhauses, der nochmals separat eingezäunt gewesen ist. Innerhalb dieses Zauns herrschte die pure Wildnis.

Stall und Unterstand an der Scheune. Das Regenwasserbassin war undicht und nicht mehr zu retten, Teile des Holzes konnte ich jedoch verwenden, um den vermoderten Überbau über der Hühnertür in den Stall zu erneuern.

Die Wasserfässer hat der Vorbesitzer mitgenommen, die Wiese dient jetzt als Obstwiese und als Weide für unsere kleine Hühnerschar.

Hier kann man im Überblick noch einmal die beiden alten Pflaumenbäume sehen. Der rechts daneben zu sehende, grüne Baum ist ebenfalls ein Pflaumenbaum, der uns reichlich mit leckeren Früchten versorgt.

Ein schattiges Plätzchen am Haus. Im Hintergrund kann man die heckenartige Bepflanzung zur Straße hin erahnen. Viele der Sträucher hatte sich von innen bereits selbst die Luft abgeschnürt und mussten dringend gelichtet werden. So langsam wird die Hecke wieder dicht. Der Kirschlorbeer links an der Hauswand wächst an diesem nur im Sommer nachmittags beschienen Ort dennoch sehr stark und muss dementsprechend oft gekürzt werden.

Zäune und Gartenhaus sind weg. Da die Küche noch nicht nutzbar war, musste der Grill und eine offene Feuerstelle für die Verpflegung herhalten. Das ist nicht so praktisch wie eine Küche mit Herd und Spülmaschine, dafür aber lecker und irgendwie romantisch. Den kleinen alten Holzkohlegrill haben wir übrigens in der Zwischenzeit ersetzt und die Vorzüge der Weber Gasgrills für uns entdeckt. Dadurch, dass ich den Grill einfach anstellen und sofort losgrillen kann, spare ich viel Zeit und wir können auch mal eben nur für zwei Leute ohne viel Aufwand grillen - leckeres Fleisch (das man übrigens hier noch aus Hausschlachtungen von Tieren aus Weidehaltung finden kann, wenn man die entsprechenden Kontakte hat), gern auch mal Fisch und Gemüse aus dem eigenen Garten. Und mit dem Gas, das man ja im Winter nur selten zum grillen benötigt, und einem Katalytofen halten wir den Wintergarten frostfrei. Denn die Terrassenblumen wollen ja auch überwintern. Und so ganz nebenbei ist man auch für Stromausfälle besser gerüstet, denn ohne Strom keine Heizung... und keine Küchengeräte.

Noch stand einiges im Weg, aber für den Anfang sah das schon mal recht vielversprechend aus. Der Holunder, der direkt neben dem Gartenhaus gestanden hat, ist leider umgeweht worden, nachdem ihm die Stütze fehlte.

Einige Arbeiten haben wir quasi als Starthilfe machen lassen. So ist der Vorgarten von einem Gärtnerteam "ausgemistet" worden und einige Bäume mussten dran glauben. Da der ursprüngliche Wasserbehälter nicht mehr zu gebrauchen war, haben wir eine 8.000l Zisterne eingraben lassen, die vom Dach der Scheune gefüllt wird. Bei einem großen Garten kann man gar nicht zu viel Wasser haben. Von der Scheune führt ein unterirdisch verlegtes Schlauchsystem an verschiedene Abnahmestellen im Garten. Die Zisterne musste nur angeschlossen werden. Die Stromversorgung der Pumpe erfolgt ebenfalls über ein separates Kabel, so dass man sie aus dem Haus an- und abstellen kann.

Die Zisterne wurde dann längs über die gesamte Wiese an den Kanal angeschlossen, so dass das überschüssige Wasser nicht mehr auf dem Grundstück landet. Unter dem fruchtbaren Mutterboden befindet sich nämlich eine mehrere Meter dicke Lehmschicht, die kaum und nur sehr langsam Wasser aufnimmt. Die Folge ist ein im Winter sehr nasser Untergrund. Jetzt ist es zwar immer noch sehr nass, eine deutliche Verbesserung ist aber erkennbar.

Was man im Vordergrund sieht, ist die Grasnarbe des Pflanzgartens, den wir wieder als solchen nutzen wollten. Mit einem kleinen Bagger wurde sie abgetragen und an der Scheune abgelagert. Nachdem das Gras verrottet war, habe ich den Mutterboden in alter Manier per Schubkarre und Schaufel in das ehemalige Lavafundament verfüllt, dass ich unter dem alten Gartenhaus gefunden hatte. Natürlich musste die Lava vorher raus und einen Bagger hatte ich nicht zur Hand...

Auf der heutigen Rasenfläche sah es immer noch wild aus. Hier stand einmal eine kleine Mühle mit einem gigantischen Betonfundament. Das war ohne Bagger nicht aus dem Boden zu bekommen. Und überall diese weißen Kiesel, die sicher einmal schön ausgesehen haben mögen, jetzt aber unter einer dünnen Erdschicht verschwunden waren und mühsam wieder ausgegraben werden mussten.

Das separat eingezäunte und verwilderte Areal, das heute (langweiliger, aber einfach zu pflegender) Rasen und Heim unzähliger Mäuse ist.

Sammelplatz für Müll und Bauschutt aus dem Garten und dem Hausumbau, der natürlich entsorgt worden ist. Hier vorne liegt jede Menge Draht von den entfernten Zäunen, abgeschlagene Bodenfliesen und ganz hinten Bims von einer entfernten Wand und natürlich ausgegrabene Bimsplatten aus dem Pflanzgarten. Die vielleicht zu erkennenden aufgestapelten Betonplatten bildeten einmal den Untergrund des blauen Gartenhauses. Daraus habe ich dann einen Weg im Garten gelegt und einen zum Stall und zur Voliere. Unser Brennholz für den Kachelofen lagern wir immer noch am Zaun entlang der Straße.

Der Teich im Spätsommer, eine verwunschene Insel der Ruhe. Der Teich muss aber auch gereinigt und der Bewuchs beschnitten werden, wenn er nicht verlanden soll.

Die noch funktionsfähige Filteranlage, die kaum genutzt werden muss. Inzwischen sind die Haselnusssträucher schon wieder so weit nachgewachsen, dass man den Filter kaum noch sehen kann. Direkt dahinter erkennt man den Stumpf der von den Gärtnern gefällten Kiefer. Das undurchdringliche Dickicht aus Heckenrosen ist ebenfalls weg. Darin fand ich noch ein Stück Zaun, dessen ursprüngliche Funktion nicht mehr nachzuvollziehen war und das natürlich ebenfalls weg ist.

Ein beträchtlicher Teil des Bewuchses ist aus dem Vorgarten verschwunden. An der Hauswand sieht man, wo die Farbe nicht mehr hingekommen ist, weil dort die Sträucher an der Wand hochgewachsen sind. Jetzt kann man sehen, wie dicht die Akazie ist. Zum Zeitpunkt des Fotos ist sie noch unbeschnitten.

Der Kirschbaum ist zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht ausgelichtet, aber die kleinen, sich selbst gepflanzten Kirschbäume sind weg.

Nach der Durchforstung sah es nur kurz so kahl aus. Die riesige Kiefer, die über das Dach wuchs und mit ihren Nadeln Dachrinne und Fallrohr verstopfte, wurde entfernt.

Da wir im September eingezogen sind, blieb nicht mehr viel Zeit für den Garten, obwohl wirklich ein gutes Stück Arbeit getan war. Dafür deckte der Schnee im Winter alle Baustellen zu und die Arbeit konnte und musste erst einmal ruhen.

So mit der Schneedecke sah es schon ziemlich fertig  aus.

Im nächsten Frühjahr besuchten uns zum ersten Mal die Kröten, um sich in unserem Teich zu paaren und zu laichen.

Die "massakrierte" Trauerweide sah da noch kümmerlich aus, aber das sollte sich rasch ändern.

Der alte Boskopp, den ich mit einem radikalen Schnitt von den übermächtigen Misteln zu befreien suchte, sah anschließend nicht gerade einladend aus. Eher wie eine misslungene Skulptur. Inzwischen musste auch der hier rechts wachsende Ast entfernt werden. Der Baum trägt zwar wieder ein paar Früchte, könnte aber auch bald eingehen. Der zuletzt abgesägte Ast war innen morsch und das könnte leider auch für den über 100 Jahre alten Apfelbaum insgesamt gelten.

Unser Birnbaum nach dem herbstlichen Rückschnitt. Die Pflege gestaltet sich schwierig, weil so viel herausgeschnitten werden musste, dass jetzt viel zu viele "Wasserschösslinge" ausgetrieben werden.

Hier ist der Garten an der Terrasse mit dem Mutterboden verfüllt und eingeebnet worden. Ein wenig Rasensamen dazu und fertig ist der Rasen.

Unser Teich lebt. Eine deutlich mehr als einen Meter messende Ringelnatter schnappte sich den größten Goldfisch, den sie fangen konnte und brachte danach mehr als zwei Stunden damit zu, ihn zu verschlingen. Währenddessen ließ sie sich durch nichts stören. Bei einem Reiherbesuch verschwinden die Fische deutlich schneller.

Nachdem im Herbst der Randbewuchs bis auf dem Boden zurückgeschnitten wurde, kommt das Schilf jetzt wieder hoch. Links sieht man, wie die Pflanzen in der ungeschnittenen Hecke sich selbst und gegenseitig Licht und Raum nehmen.

So ein großes Grundstück will genutzt werden. Nicht nur als Erholungsraum, sondern auch zur Versorgung mit frischen Nahrungsmitteln. Also habe ich den Unterstand an der Scheune eingezäunt und so eine Voliere daraus gemacht. Davor war ein wenig Überzeugungsarbeit seitens meiner Frau vonnöten, um mich von diesem Projekt zu überzeugen. Von innen können Hühner und Laufenten durch ein Loch in der Wand in den Stall gelangen. Natürlich gibt es hier Füchse, die uns leider mehr als nur ein paar Hühner gestohlen haben. Und Hühner sind gar nicht so dämlich, wie man immer meint. Anfangs mussten wir Lehrgeld zahlen, bis Stall und Wiese einigermaßen ausbruchsicher waren. Schon erstaunlich, wie viel unterschiedliches Werkzeug man innerhalb von wenigen Jahren ansammeln kann um seine Ideen zu verwirklichen. Oder die seiner Frau ;-)

Dann kamen die ersten neuen Bewohner, ein paar junge und sehr putzige Laufenten. Deutlich süßer als Hühner und deutlich dämlicher. Und verrückt auf Wasser.

Hühner kamen auch und das erste verschwand bereits in der ersten Nacht auf Nimmerwiedersehen durch eine unbeachtete Lücke im Stall, von der ich nie gedacht hätte, dass sie von Hühnern erreicht werden könnte. Was bedeutete, dass ich nacharbeiten musste. Inzwischen kommen nur noch Mäuse herein, Füchse und Marder nicht mehr. Wobei man bei Mardern nie wirklich sicher sein kann. Und man darf auch nicht vergessen, abends den Stall zu schließen, wenn sich das Federvieh zur Ruhe gebettet hat. Sonst ist aller Aufwand vergebens.

Da die Wiese keinen See aufweist, kamen die Enten kurzerhand in ein eigenes Planschbecken.

Still ruht der See und das Efeu wuchert noch ungebremst.

Etwas später war schon Gras über die Gartenbaustelle hinter der Terrasse gewachsen. Ein paar Blumenkübel sorgen schon für etwas Farbe.

Der Steingarten existiert noch, wurde in diesem Winter aber so sehr von Mäusen heimgesucht, dass der Bewuchs womöglich völlig hinüber ist.

Eine Obstwiese sollte Obst produzieren. Beim Kauf fanden wir hier den maroden Boskopp, eine Süßkirsche, drei Pflaumenbäume (von denen zwei gefällt werden mussten), einen weiteren, jungen Apfelbaum und einen Birnbaum vor. Direkt am Zaun stand und steht auch noch eine Quitte. Aber da war ja noch sehr viel Platz. Zwei Thujas wurden eigentlich nur deswegen gepflanzt, weil sie vor unserem Umzug auf dem Balkon gestanden hatten und irgendwo hin mussten. Als nicht heimische Pflanzen gehören sie eigentlich nicht hierher, aber wegwerfen wollten wir sie auch nicht. Also sollen sie jetzt irgendwann den Strommast verdecken. An Obst haben wir dann eine Sauerkirsche, eine Mirabelle und eine weitere Birne gepflanzt. Zusätzlich kam noch eine Walnuss dazu, eigentlich kein Obst, aber etwas zum essen.

Ein Jahr später haben wir an den Zaun der Voliere noch vier Tafeltrauben gepflanzt, die aber -wie auch die Sauerkirsche- trotz des geschützten Standorts sehr unter späten Nachtfrösten leiden. Und hier oben bei knapp 400 Höhe sind dies leider nicht gerade selten. Die Goji am Zaun zum Garten will auch noch nicht so recht wachsen. Vielleicht mag sie den eher feuchten und lehmigen Boden nicht.

Dann kam der Pflanzgarten an die Reihe. Die Grasnarbe war weg, aber natürlich war zwischenzeitlich trotzdem jede Menge Kraut gewachsen. Und beim Umgraben musste ich feststellen, dass hier mal Wege mittels in Sand gelegte 11,5er Bimsplatten existiert haben müssen. Denn davon habe ich eine ganze Menge ausgegraben. Und auch die Reste von einer Reihe von Zaunpfählen. Den Sand konnte ich benutzen, um den schweren Boden ein weinig zu lockern. Dabei habe ich mich bemüht, so tief wie möglich zu graben, um die Mutterbodenschicht auf dem Lehmuntergrund so dick wie möglich zu machen. Nach dem Graben wurde Pferdemist mit Hilfe einer Motorhacke eingearbeitet und der Boden schön locker und krumig gemacht. Dummerweise enthält frischer Pferdedung nicht nur jede Menge Nährstoffe, sondern auch Massen an Samen. Unsere Pflanzen wuchsen zwar prima, das Unkraut zu entfernen war aber eine Sisyphusarbeit und erst zwei Jahre später wurde es etwas besser.

Aber das Ernteergebnis hat den Aufwand gelohnt.

Als der Mittelspannungsmast auf unserem Grundstück abgebaut wurde, konnte ich ein paar Luftbilder vom hinteren Teil des Grundstücks machen. Auf dem Garagendach kann man sehen, wie weit sich das Efeu schon vorgearbeitet hatte. Der Link verweist auf die entsprechenden Fotos auf der Seite von Sierscheid.de.

Im Pflanzgarten konnte sich das Ergebnis schon sehen lassen.

Der etwas verkleinerte Kirschbaum im Vorgarten. Nach der Beschneidung waren die Kirschen deutlich größer und saftiger.

Spätere Opfer des Fuchses, der uns in einer Nacht den gesamten Stall leergeräumt hat. 17 Hühner und Laufenten waren auf einmal weg. Und das nur, weil wir ein einziges Mal vergessen hatten, den Stall zu verschließen.

Herbst im Garten.

Im Januar tauchte dann dieser Hermelin bei uns auf und tollte herum.

Das frische Gras sah nach dem Winter erbärmlich aus, erholte sich dann aber schnell wieder. Seit 2012 verrichtet eine Photovoltaikanlage ihren Dienst und liefert uns Strom für Haushalt und Wärmepumpe.


[Seite 1 | Seite 2 ]


© Gregor Jonas 2015
www.gregor-jonas.de