Berner Sennenhund Ginja erzählt


(Februar 2012)


Berner Sennenhunde

Hallo Leute,

es dauert nicht mehr lange, dann habe ich meinen 10. Geburtstag. Dafür sehe ich doch noch richtig gut aus, oder? Gut, das Laufen fällt mir schwer und eine Treppe komme ich schon mal gar nicht mehr hoch. Aber ich gehe mit Herrchen und den beiden Jungs immer noch jeden Tag spazieren. Nicht mehr so lange wie früher, aber immer noch sehr gerne. Danach geht Herrchen immer noch mal mit den Beiden alleine, während ich auf Frauchen und das Haus aufpasse.


Berner Sennenhunde

Das Schönste ist immer noch Schnee. Und Anfang Februar hatten wir davon 3 Meter... nebeneinander. Aber wenigstens konnte man so noch Stöckchen finden.


Camillo hatte die gleiche Idee. Seit er die Blasensteine hatte und er kastriert worden ist, geht es ihm wieder richtig gut. Was hat der arme Kerl Schmerzen gehabt, das kann man niemandem beschreiben. Jetzt turnt er wieder herum wie früher.


Und unser Chefhektiker kaspert gerne und ständig herum. Dass der auch mal ruhig sein kann, ist eine richtige Ausnahme, ihr werdet sehen.


Berner Sennenhund

In meinem Alter macht man so was natürlich nicht mehr...*flöt*.


Das hier ist unsere Bio- und manchmal auch Restmülltonne. Gut, seit seiner Kastration hat auch Camillo einen guten Appetit entwickelt. Aber gegen Duncan ist das gar nichts. Der dicke Depp frisst wirklich ALLES! Bevorzugt Socken und Unterwäsche. Eine Nylonstrumpfhose musste schon operativ entfernt werden. Aber hat der Dickschädel irgendetwas daraus gelernt? Ach was. Arbeits- und Gummihandschuhe, Socken, Zeitungen und was weiß ich noch alles verschwinden einfach so. Zum Glück reichten dafür bislang die beiden Ausgänge, um all das Zeug wieder loszuwerden. Da ist so ein SchEISs wie hier schon eine bekömmliche Delikatesse.


Dicker Schädel und keinen Hals, das ist Duncan.


Berner Sennenhund

Warum Herrchen ihn "Panzer" nennt? Ganz einfach: Der junge Herr rennt einfach gnadenlos alles über den Haufen, was das Pech hat, ihm im Weg zu stehen. Kollateralschäden interessieren ihn nicht so wirklich.


Berner Sennenhund Duncan


Berner Sennenhund Duncan vom Bernerwald

Wenn Duncan einmal in Bewegung geraten ist, ist Vorsicht geboten.


Warum Camillo aber "Plüsch" gerufen wird, kann ich euch nicht sagen. Duncan hat jedenfalls mehr und lockigeres Fell als Camillo.


Berner Sennenhund Camillo vom Bernerwald

Seht ihr, was man alles beobachten kann, ohne sich zu bewegen? Von den Kaubewegungen mal abgesehen.


Berner Sennenhund Camillo vom Bernerwald

Das ist eine typische Aktion der beiden Rüpelrüden. Ständig bellen die sich an und tun so, als ob sie sich gegenseitig umbringen wollten. Ich hab schon einen Tinnitus von dem ganzen Lärm.



Nee, das war und ist nichts für mich. Ich sehe dann lieber zu, dass ich aus der Schusslinie komme. Sonst rennt einer der beiden mich garantiert über den Haufen, wo ich doch sowieso nicht mehr so gut auf meinen Beinen stehe.


Berner Sennenhund Ginja Quo Vadis

Da schaue ich lieber zu, wie Herrchen verzweifelt versucht, die beiden Chaoten vor die Linse zu kriegen.


Berner Sennenhund Camillo vom Bernerwald

Ganz ehrlich. Dabei kann man schon mal die Augen verdrehen.


Berner Sennenhund Duncan vom Bernerwald

So, jetzt noch mal zum Chefhektiker zurück. Sobald Herrchen mal wieder genug Bilder gemacht hat und ein paar Schritte gehen will, hüpft Camillo wie ein Blöder rückwärts vor ihm her und bellt in einem fort. Dabei weiß er doch ganz genau, dass es dann weiter geht. Männer...


Berner Sennenhund Duncan vom Bernerwald


Sobald Duncan davon genug hat, versucht er, Camillo zur Ruhe zu bringen. In der Regel völlig erfolglos.


Ganz im Gegenteil. Dann dreht Camillo erst so richtig auf und Duncan hält dagegen. Dass da noch niemand die Polizei zur Hilfe gerufen hat, ist echt ein kleines Wunder.


Rüden sind echt manchmal größenwahnsinnig. Sogar, wenn ihnen die edelsten Teile fehlen.


Was soll ich sagen. Die beiden Krawallmacher finden immer wieder einen Anlass, übereinander herzufallen. Sie nennen es spielen. Von außen sieht es aber ganz anders aus.


Zwei Sekunden später können sie wieder friedlich nebeneinander stehen, als ob nie was gewesen wäre.


He, die Pause ist zu Ende.


Nur, um dann eine Minute darauf wieder von vorne anzufangen.


Die zwei sind echt bekloppt. Oder kommt mir das in meinem Alter nur so vor?



Was soll ich da noch sagen?


Da bewegt sich wer im Wald. Darf der das? Ein Reh ist es jedenfalls nicht gewesen, denn dann hätten die zwei bestimmt wieder spielen wollen.


Den Kopf kriegst du kaum auf ein Bild drauf, echt nicht zu fassen.



So, das soll für heute reichen, meine Ausdauer ist auch nicht mehr, was sie mal war. Lasst es euch gut gehen und genießt den Schnee. Viel ist es nicht, aber besser als Matsch und Regen.

Eure Ginja, die von Herrchen "Schnäuzelchen" genannt wird.


Nachtrag von Herrchen:

Bei einem Spaziergang an die vereiste Ahr mit Camillo und Duncan, also viel zu weit für Ginja, passierte, was nicht hätte passieren dürfen. Während ich mit meinen Fotos beschäftigt war (mit Handschuhen ohnehin schwierig), verlor ich die Hunde kurz aus dem Blick. Nach meinem Ruf kam Camillo sofort, Duncan blieb verschwunden. Also bin ich dort hin, woher ich Camillo kommen sah. Duncan war über die Eiskante ins Wasser gerutscht, vermutlich hatte er Durst, weil die Luft extrem trocken war. Und da hing er im Wasser und kam alleine nicht mehr heraus. Zum Glück konnte ich ihn am Halsband aufs Eis und dann ans Ufer ziehen. Dort gefror das Wasser im Pelz direkt zu Eis. Und bis nach Hause hatte ich einen Berner und einen Eisbären. Die Kälte schien Duncan nicht einmal zu spüren. Selbst zu Hause wollte er freiwillig nicht ins Warme. Berner werden halt nicht einmal im Wasser bis auf die Haut nass.

Aber das Ganze hätte auch anders ausgehen können. Also passt auf eure Hunde auf, wenn ihr am Wasser seid und Eis darauf ist.









© 2012  Gregor Jonas
www.gregor-jonas.de