Erfahrungsbericht: Leben mit zwei Hunden

Seit dem 11.10.2002 haben wir jetzt unsere Ginja. Heute ist der 04.11.2002. Zeit genug, um einen ersten Erfahrungsbericht geben zu können.

Zum einen war die Frage, wie sich die Kleine mit unserem Domino verträgt und zum anderen, wie sie sich, wo sie doch von der Außenwelt nie etwas zu sehen bekommen hat und auch keinerlei Erziehung genießen durfte, in der neuen Umgebung einpassen würde.

Aga mit Domino und Ginja

Dass die Verträglichkeit zwischen den beiden Hunden und natürlich uns beiden gut ist, kann man schon an diesem Bild sehen. Auch wenn Aga auf den ersten Blick vielleicht albern aussieht (und ich einen auf den Deckel bekomme, weil ich das Foto veröffentliche), ist es nicht selbstverständlich, dass man sich mit zwei Hunden gefahrlos auf dem Boden wälzen kann. Doch es gibt nicht die geringsten Dominanzprobleme.

Mal abgesehen davon, dass die Kleine sich Domino absolut nicht unterwerfen will. Auch wenn die beiden meist nur spielen, hat Domino es immerhin schon ein paar mal ernsthaft versucht. Aber egal, was er anstellt, Ginja provoziert ihn munter weiter und biegt alles zu einem Spiel um. Dabei muss man manchmal Angst um ihre Knochen haben, denn der "Dicke" schmeißt sich ohne Rücksicht auf Verluste mit seinem gesamten Gewicht auf sie drauf, schmeißt sie in die Luft, rammt sie aus vollem Lauf, so dass Ginja sich mehrfach überschlägt oder zerrt sie an Hals oder Lefzen durch die Wohnung.

Dafür pitscht Ginja ihn in vollem Lauf von hinten in den Schwanz, wenn sie nicht an sein Spielzeug herankommt. Dabei hat Domino schon manches Mal laut aufgejault.

Inzwischen sind die beiden so weit, dass einer dem anderen nachheult, wenn sie getrennt werden. Geht man beim Spaziergang getrennte Wege, muss man die beiden kilometerweit angeleint lassen, da sie sonst wieder aufeinander zurennen. Wobei man sagen muss, dass man Ginja durchaus ohne Leine mitnehmen kann. Nur mit zunehmender Bekanntheit mit der Umgebung dehnt sie ihren Spielraum und ihre Freiheiten immer weiter aus, so dass man an Strassen schon aufpassen muss, dass sie nicht alleine rüberläuft. Und Nachlaufen mit Kühen spielt sie auch, wenn man sie lässt.

In der Hundeschule stellt Ginja sich sehr geschickt und aufmerksam an, muss aber ganz von vorne anfangen. Das wird also wohl noch eine geraume Zeit dauern.

Was anfangs schwierig war, aber inzwischen schon fast im Griff ist, war die Stubenreinheit. Vom Prinzip her wusste die Kleine schon, was man von ihr wollte, aber sie konnte sich nicht bemerkbar machen. Und da sie in ihrem alten Zuhause immer rauskonnte, wann sie wollte, war ihre Blase nicht trainiert. Da musste schon mal der Fußboden und einmal sogar unser Sofa als Toilette herhalten. Zum Glück ist der Bezug abnehmbar und waschbar.

Alleine zu bleiben war sie gewohnt und ist zusammen mit Domino kein Problem, wenn man von der "Blasenschwäche" bei längerer Abwesenheit einmal absieht.

Außerdem: Kann man diesen Augen lange böse sein?

Ein Problem haben wir allerdings noch. Ginja steht auf Tapete und Putz. Sie hat uns schon einige hässliche Löcher "geschenkt". Dabei macht sie das eigentlich eher, wenn wir zu Hause sind, nicht, wenn sie alleine ist. Daher kann mir auch niemand erzählen, dass das etwas mit Trennungsschmerz oder Verlustängsten zu tun hat. Ich tippe eher auf mangelnde Erziehung, übergroße Neugier und evtl. noch etwas Calciummangel. Aber ich schätze, auch das werden wir überstehen.

Auf alle Fälle ist das Leben mit zwei Hunden eine echte Bereicherung. Da muss man den beiden nur beim Spielen zuschauen. Und wenn dann auch noch beide ankommen und schmusen möchten...

 

 


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