Domino schreibt... (Teil 6: Frühling 2005 - 2007)


[ Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Teil 5  | Teil 6 | Nachruf ]

Seite 1 | Seite 2


Berner Sennenhund Domino mit Frauchen auf dem Sofa

Hallo liebe Leute,

wie ich so mit Frauchen und meiner Schwester Ginja zu Hause auf der Couch liege, fällt mir ein, dass ich euch mal wieder erzählen könnte, was wir in den  vergangenen Jahren so alles erlebt haben. Nicht, das sonst noch einer auf die Idee kommt, Herrchen hätte aufgehört, uns mit seinem Fotografiewahn auf den Pelz zu gehen oder mit uns durch die Gegend zu ziehen..

Im Dezember 2004 waren Frauchen und Herrchen ohne uns in Urlaub. Dafür durften wir Weihnachten bei Petra und Frieda, Kira und Bormann feiern. Da war mal was los. Drei Mädels und ich ;-) .Herrchen hat erzählt, dass da in Kenia, wo sie waren, ganz große Katzen rumgelaufen sind. Viel größer als unser Haustiger Chelsea und noch viel größer als ich. Könnt ihr euch das vorstellen? Chelsea ist ja jetzt schon nicht die allerschlankste, aber wenn man die so weit aufblasen würde, wie Herrchen beschrieben hat, würde das doch total lächerlich aussehen! Ich glaube, dem ist der Urlaub nicht so gut bekommen!

Die Zeit, wo Schnee lag, war leider vorbei, als die beiden zurück waren und wir mussten uns auf unseren Spaziergängen wieder mit Schlamm und kümmerlichem Gras begnügen. Mit Figo sind wir nur noch selten unterwegs, weil der Fehlfarbenberner schon mal rumzickt und kleine Hunde zankt. Und Herrchen sagt, das er es gar nicht mag, wenn wir ihm dann dabei helfen. Dabei gehört er doch zu unserem Rudel und braucht unsere Hilfe ganz dringend. So kurz vor Ostern, das 2005 Jahr sehr früh war, kamen die ersten Blümchen zum Vorschein. Herrchen war mal wieder begeistert. Während er versucht hat, Fotos davon zu machen, durften wir nur rumliegen und warten. War das spannend... Wenigstens waren wir so immer sehr lange draußen und das ist doch auch mal was.

Kurz nach Frauchens Geburtstag haben unsere Zweibeiner endlich mal wieder ein richtige großes Bernertreffen veranstaltet. Diesmal waren wir in Euskirchen an der Grillhhütte an der Erft. Und das war gut so. Denn dieses Wochenende war so heiß, dass wir uns immer wieder in der Erft abkühlen mussten. Alle unsere Freunde waren auch da und wir hatten sehr viel Spaß. Ich glaube, die Zweibeiner haben sich auch gut amüsiert.

Nur wenig später sind Frauchen und Herrchen schon wieder in Urlaub gefahren. Ginja und ich haben uns schon auf Petra und ihr Rudel gefreut, als wir ins Auto eingestiegen sind. Aber als wir dann auch nach einer Stunde nicht ausgestiegen sind, konnte da was nicht stimmen. Nee, ich wollte es ja nicht glauben: Die haben uns tatsächlich mitgenommen. Da war es uns auch egal, dass wir ganz lange Auto fahren mussten. Schließlich sind wir in Polen auf einer Insel namens Karsibor angekommen. Das ist vielleicht weit weg. So weit waren wir noch nie von zu Hause fort. Da hatten wir ein riesiges Grundstück und viel Wasser um uns herum. Und Herrchen ist ganz viel und ganz lange mit uns spazieren gegangen und es gab immer wieder Neues zu entdecken. Das war ganz große Klasse. Und Frauchens Oma war auch da. Wir hatten nämlich ein ganzes Haus für uns und da war dann noch genug Platz für alle. Die hat immer so komisch gesprochen. So, wie die anderen fremden Leute auf der Insel auch. Die konnte man gar nicht verstehen. Aber lieb war sie schon und hat uns sogar manchmal geknuddelt. Frauchen musste immer übersetzen, was sie gesagt hat. Dabei ist sie immer durcheinander gekommen und das muss lustig gewesen sein, denn Herrchen hat oft dabei gelacht. Nur eins konnte ich nicht leiden: Die Treppe zum Schlafzimmer war mehr so eine Art Leiter. Die bin ich zwar hoch gekommen, aber runter musste Herrchen mich tragen. Das war ganz schön peinlich. So konnte ich nachts auf die beiden nicht aufpassen und musste unten alleine schlafen.

Aber sonst war dieser Urlaub wirklich sehr schön. Jetzt kann ich gar nicht mehr begreifen, warum unsere Futterlieferanten uns nicht immer mitnehmen wollen.

Kaum waren wir wieder zu Hause, hat Frauchen versucht, uns das Fell zu scheren. So richtig ist aber nichts draus geworden. Ich mag das gar nicht und Ginja noch viel weniger. Außerdem sieht das total doof aus. Ich bin doch kein Skinhead oder besser Skinback. OK, sie hat ja nicht versucht, uns nackig zu machen. Aber trotzdem. So was gehört sich nicht für einen richtigen Berner Sennenhund.

Was gibt es sonst aus diesem Sommer zu erzählen?

Natürlich gab es Besuch von befreundeten Bernern und der Hundeverein Nordeifel hatte auch ein großes Sommerfest. Da waren zwar nicht nur Berner, aber es war trotzdem nett da. Die Grillhütte kannten wir ja noch von Frauchens Geburtstagstreffen. Wenigstens war es da nicht ganz so heiß.

Und dann kam der Zaunbau auf Frauchens neuem Hundeplatz an der Steinbachtalsperre. Da waren viele Helfer, die alle ihre Berner mitgebracht haben. Wir Hunde haben uns von der ganzen Arbeit nicht beeindrucken lassen. Es reicht ja wohl, wenn die Zweibeiner schwitzen. Hunde können das ja sowieso nicht. Und jetzt steht der Zaun da und trotzdem sind wir selten da oben. Dafür fressen Schafe das Gras ab. Aber egal, die beiden werden schon wissen, wofür das gut war.

Im Oktober hatten wir dann noch mal Hundebesuch und zu Tanja sind wir auch gefahren. Mal schauen, vielleicht hat Herrchen ja ein paar Fotos für euch.

Ja, und dann wurde es im November noch mal voll bei uns zu Hause. Petras Kira und Bormann kamen für ein paar Tage zu Besuch. Das war mal eine nette Abwechslung, und dennoch war ich ganz froh, als sie wieder weg waren. Wenn man seine Ruhe hat und Herrchen einen wieder ganz alleine laufen lässt, wenn wir unterwegs sind, dann ist das doch das schönste!

Zu Silvester 2005 kam dann ganz viel Schnee, richtig tolles Bernerwetter. Und unser Herrchen hat uns ganz viel durch den Schnee toben lassen. Schnee ist das allerschönste. Da kann man sich drin wälzen und der ist so richtig kalt. Das macht dich munter, sag ich euch. Wer braucht schon Sommer?

Und mit diesem schönen Schneewetter ging dieses Jahr auch zu Ende. Aber ich glaube, ich erzähle gleich weiter über das nächste Jahr. Jetzt, wo ich einmal so gut in Schwung gekommen bin, muss ich das ausnutzen.

Neujahr 2006 waren wir dann bei Olaf und Christel am Niederrhein. Da lag zwar kein Schnee mehr, dafür durfte ich die kleine Alexa mal wieder sehen. Dete und Heike, die schon beim Bau des Zauns mitgeholfen haben, waren auch da und hatten auch wieder Amrei und Bateau mitgebracht, so dass wir uns um die Zweibeiner nicht groß kümmern mussten.

Die haben wir im Februar alle schon wieder getroffen, als das große Bernerfreunde-Jubiläumstreffen in Manderscheid in der Eifel los ging. Das heißt, nachdem Frauchen und Herrchen uns erst mal die halbe Eifel gezeigt haben, weil sie ausgerechnet in das falsche Manderscheid gefahren sind. Gut, die Chancen standen 50:50 und die beiden schafften es, das trotzdem zu vergeigen. Mit ein wenig Verspätung sind wir aber dann doch da angekommen, wo die anderen schon auf uns gewartet haben. Das war schon sehr interessant da. Und außerdem matschig und kalt. Februarwetter halt. Trotzdem wurde gegrillt und gefeiert, was das Zeug hielt und wir durften uns uns frei bewegen. Na ja, so in etwa jedenfalls. Bis auf kleine Rüden- und Zickenkriege jedenfalls. Aber warum sollen wir nicht auch unseren Spaß haben dürfen?

Zu Ostern ist dann was ganz Schreckliches passiert. Wir waren mal wieder mit Herrchen im Wald unterwegs. Zur Feier des Tages sind wir ganz weit gelaufen und es war ein schöner Spaziergang. Kurz bevor wir wieder zu Hause angekommen sind, konnte ich plötzlich meine rechte Hinterpfote überhaupt nicht mehr spüren. Das war ein komisches Gefühl. Ich habe immer versucht, die ganz normal aufzusetzen aber das ging nicht. So bin ich immer halb umgefallen und wusste gar nicht, warum eigentlich. Frauchen und Herrchen sind von einem Arzt zum anderen gefahren, ohne das einer wirklich helfen konnte. Gefunden haben sie auch nichts. Und so haben sie gesagt, ich hätte einen Rückenmarksinfarkt gehabt. Was auch immer das heißen mag, das war ätzend. Ich musste immer einen Schuh anziehen, weil die blöde Pfote über den Boden geschleift ist und ich nicht richtig auftreten konnte. Es ist nur ganz langsam besser geworden, aber ganz weggegangen ist es leider nicht mehr. Ich konnte zwar schnell laufen, ohne das mich die Pfote gestört hätte. Aber wenn ich langsam gehe, sieht man immer noch, dass ich ich etwas "unrund" bewege und leicht humple. Inzwischen stört mich das nicht mehr. Ich bin ohnehin lieber langsam unterwegs, man ist schließlich nicht mehr der jüngste. Und wenn man so schnell rennt  bekommt man überhaupt nicht davon mit, was man sonst so deutlich erschnüffeln kann. Was also soll die Hektik? Immer schön langsam und gründlich, ist mein Motto. Auch wenn Herrchen dann wieder "Trödeltöle" zu mir sagt. Da steh ich doch drüber.

Im Mai gab es wieder ein großes Treffen an der Grillhütte. Diesmal hat es nur geregnet und alles war total matschig und wir Berner konnten uns nach Herzenslust einsauen. Wir haben ausgesehen, das glaubt ihr nicht! Die vielen Zweibeiner hat das aber irgendwie überhaupt nicht gestört. Die waren wohl viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Uns war es nur recht. Wie die da alles wieder sauber bekommen haben, ist mir ein Rätsel. Aber Ginja und ich sind langsam im Flur zu Hause trocken geworden und Herrchen konnte den ganzen Sand und Staub einfach wegsaugen.

Irgendwie ist es danach viel ruhiger geworden. Die vielen Berner habe ich seitdem nicht wieder gesehen. Jedenfalls viele davon nicht. Keine Ahnung, an meiner lahmen Pfote kann das nicht gelegen haben. Im Mai hatte ich die ja auch schon und durfte trotzdem mit. Dafür kam im September Gina für zwei Wochen zu Besuch. Das ist ein kleiner gelber Hund, der Herrchen ganz schön in Anspruch genommen hat. Die war so dreist, dass sie immer und überall auf seinem Schoß lag und ich sehen konnte, wie ich an meine Streicheleinheiten komme. Und dann muss man auch noch aufpassen, dass sie nicht allem und jedem hinterher läuft. Ganz besonders hat sie es auf Kaninchen abgesehen. Dann geht die ab wie eine Rakete. Und Herrchen musste sie dann suchen. Was natürlich bedeutete, dass Schwesterlein und ich hinterher laufen mussten. Hab ich so was schon mal erwähnt? Als sie wieder weg war, erschien mir die Ruhe zu Hause geradezu himmlisch. Endlich wieder Haus und Herrchen für mich alleine zu haben, wurde auch Zeit. Zwei Wochen können sehr lang werden, das kann ich euch versichern.

2007 bekam Herrchen mal wieder eine neue Kamera und wir mussten schon wieder als Testmotive herhalten. Als ob es nicht schon mehr als genug Fotos von Ginja und mir geben würde.

Im März kam Gina dann schon wieder für zwei Wochen und schon wieder war Herrchen zwei Wochen lang belegt und belagert. Hatte ich schon mal erwähnt, dass zwei Wochen lang sein können? Aber auch das habe ich mal wieder heroisch ertragen. Hier sollte ich vielleicht mal gelobt werden. Aber da kann ich wohllange drauf warten.

Irgendwie ist mir das gar nicht aufgefallen, aber letztes Jahr waren Frauchen und Herrchen gar nicht zusammen in Urlaub. Ob das wegen meiner Pfote war? Kann doch nicht alles meine Schuld sein. Schließlich bin ich auch nur ein Hund und ausgesucht hab ich mir das ganz bestimmt nicht. Egal, im Mai sind die beiden dann doch mal wieder weg gewesen, ohne uns mitzunehmen. Dabei war der Urlaub in Karsibor doch so schön gewesen. Das scheint aber nicht gezählt zu haben und so wurden wir mal wieder bei Petra untergebracht. Ja, ich will ja gar nicht jammern. Petra nennt mich immer ihre "Schmusebacke" und ist immer für eine menge Krauler und Streicheleinheiten zu haben. Doch irgendwann ist uns da doch recht langweilig geworden. Und als Petra dann mal weg war und uns alleine gelassen hat, da haben wir und mit ihrem Bett vergnügt. Als wir damit fertig waren, gab es nur noch kleine Fetzen und ein paar Holzspäne. Na gut, das Holzgestell haben wir nicht ganz zu Zahnstochern verarbeitet. Aber wir waren schon sehr fleißig. Ich kann gar nicht verstehen, warum Petra sich darüber nicht genau so gefreut hat wie wir. Dafür waren Frauchen und Herrchen nah ihrer Rückkehr so richtig begeistert. Glaube ich wenigstens...

So richtig was ist dann weiter nicht mehr passiert in diesem Jahr. Wir sind viel in der Gegend rumgelaufen und haben Blumen gesucht. An den Katzensteinen waren wir auch mal, obwohl wir keine Katzen da gesehen haben. Aber da Frauchen mit uns unterwegs war, hat mir das trotzdem gefallen.

Ich habe ein wenig die ganzen Berner vermisst, die wir sonst so immer mal wieder getroffen haben. Aber alles in allem sind wir viel mit Herrchen unterwegs gewesen. Und das reicht mir allemal. Ich kann mich echt nicht über ihn beschweren. Und seit Frauchen es vor Jahren aufgegeben hat, mir irgend was beizubringen, mag ich sie auch ganz dolle. Ich bin übrigens immer gerne in ihrer Nähe, wenn ich zu Hause bin. Aber ihr müsst zugeben, dass das nur fair ist: Herrchen ist für die Spaziergänge zuständig und als Ausgleich muss ich mich zu Hause mehr um Frauchen kümmern. Und das hat bestimmt nichts damit zu tun, dass sie meistens für unser Futter zuständig ist. Das kann man schon daran sehen, dass meine verfressene Schwester trotzdem lieber um Herrchen herumscharwenzelt. Frauen eben... Ich sags euch ja nicht zum ersten Mal. Man hat es nicht leicht als Mann und Rüde...

So, ich verabschiede mich für dieses Mal und hoffe, ich hab euch jetzt nicht mit der Beschreibung von drei Jahren gelangweilt.

Euer Domino

Hier sind noch ein paar von den Bildern, die ich angesprochen hatte:


Mit Figo sind wir nur noch selten unterwegs, weil der Fehlfarbenberner schon mal rumzickt und kleine Hunde zankt. Und Herrchen sagt, das er es gar nicht mag, wenn wir ihm dann dabei helfen. Dabei gehört er doch zu unserem Rudel und braucht unsere Hilfe ganz dringend.


So kurz vor Ostern, das dieses Jahr sehr früh ist, kommen die ersten Blümchen zum Vorschein. Herrchen ist offensichtlich begeistert. Während er versucht, Fotos davon zu machen, können wir nur rumliegen und warten.


Auch die ersten Weidenkätzchen stehen am Wegesrand und kitzeln in der Nase.


Schön sind sie ja, die Blümchen. Aber nur, wenn es darauf etwas zu schnüffeln gibt ;-)


Was Herrchen nicht alles findet. Langsam finde ich das auch. Nämlich langweilig.


Na, endlich kümmert er sich mal wieder um uns. Mein Schwesterchen Ginja hat ein Stöckchen gefunden. Eine echte Leistung so mitten im Wald *grins*.


Na gut, was muss ich auch immer den Mund so weit aufreißen, wenn ich was erzähle.


Zu Hause darf ich Frauchen auf dem Kopf rumturnen. Aber echt. Das könnt ihr ruhig wörtlich nehmen. Ist sie nicht süß, mein kleines Frauchen?


Ehrlich, ich könnte sie stundenlang knutschen.


Da hatte ich wohl gerade die Lockenwickler abgenommen... Nee, im Ernst, Frauchen und Herrchen hatten uns gerade frisch gebürstet.


Und deshalb, weil wir gerade so schön waren (sind wir das denn sonst nicht?), hat Herrchen gleich noch ein paar Fotos gemacht.


So sieht ein schmuckes Berner Sennenhunde Geschwisterpaar aus, gelle?


Ginja wollte auch mal alleine aufs Foto. Frauen... Bei mir ist das natürlich ganz was anderes.


Wenn man mir die Ohren orange färben würde, sähe ich aus wie... Wie heißt der Clown noch mal?


Es hätte mich aber auch gewundert, wenn nicht schon wieder Blümchenbilder kommen würden. Dabei gibt es doch so schöne Hunde, die man fotografieren kann!


Das wollte ich euch noch zeigen: Der alte Markt unseres Städtchens Euskirchen. Aber da sind wir nicht so oft, weil wir dann mit dem Auto fahren müssen und sowieso zu viele Zweibeiner rumlaufen. Dann müssen wir an die Leine und das ist doof.


Seite 1 | Seite 2


[ Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Teil 5  | Teil 6 | Nachruf ]

(Domino schreibt)


(c) 2005 Gregor Jonas
http://www.gregor-jonas.de