Berner Sennenhund Camillo vom Bernerwald


Schon fast ein Junghund


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19.08.2009 - 24.09.2009


Meine erste Ausstellung und Geschichten mit Ginja


Herrchen sagt, ich sei jetzt kein kleiner Welpe mehr sondern schon fast ein richtiger junger Hund. Aber ich hoffe, ich darf euch trotzdem weiter von meinen Erlebnissen erzählen. Denn eigentlich fühle ich mich nicht anders als vorher. Na gut, abgesehen davon, dass alles um mich herum noch weiter geschrumpft ist und ich fast überall dran komme.

Egal, wir waren jedenfalls mal wieder mit Herrchen unterwegs, als da diese runden Dinger auf einer Wiese lagen. Ich kannte so was noch nicht, aber Ginja hat schon ganz aufgeregt mit ihrer Rute gewedelt.


Dabei taten diese Rollen eigentlich überhaupt nichts, außer ziemlich träge auf der Wiese zu liegen. Das war zwar schön anzusehen, aber ansonsten eher langweilig.


Aber ehe ich mich noch richtig umgeschaut hatte, machte Ginja einen Satz und hopste auf eine der Rollen rauf. Und von da oben hat sie dann auf mich herunter geschaut.


Herrchen meint, ich hätte ziemlich dämlich aus meinem Pelz geschaut. Na ja, kann schon sein. Denn damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. Und Herrchen hatte seinen Spaß.


Als ich Ginja zugerufen habe, sie solle da wieder runter kommen, hat sie mich nur ausgelacht.


Auch lautes Bellen hat sie nicht wirklich interessiert. Ich kam mir schon ziemlich dumm vor, als ich da unten saß und die Heurolle angebellt habe. Wahrscheinlich hat Ginja sich darüber köstlich amüsiert.


Weil wir aber ja nun irgendwann weiter gehen wollten, musste sie dann doch wieder runter kommen.


Ich habe mal nachgefragt, ob ich auch mal hochspringen darf, aber Herrchen hat mir das verboten. Schade aber auch.


Als Entschädigung hat sie dann aber wenigstens noch mit mir gespielt.


Und das auf dem ganzen Nachhauseweg!


Die alte Zicke war einfach putzmunter und verbreitete richtig gute Laune. Das musste ich doch einfach ausnutzen, oder?


Ok, manchmal braucht sie ihre Pausen. Ich aber nicht ;-)


Und so musste ich manchmal ein wenig baggern, damit es weiter geht.


Hier ist sie schon wieder auf den Beinen.


Noch einmal lieb geschaut,


mal kräftig am Ohr geknabbert,


mal schön ausgebremst und


schon war sie wieder voll dabei.


Das mit dem Ohrengeknabber kann Ginja allerdings auch.


Gelegentlich reißt sie auch das Maul ganz schön weit auf. Ist wohl mein Pech, wenn dann gerade ganz zufällig meine gesamte Schnauze drin verschwindet.


He, jetzt nicht einfach weglaufen. So geht das hier nicht.


Du bleibst hier und spielst weiter. Zu Hause kannst du dich noch lange genug von mir erholen.


Moment, da ruft Herrchen. Schnell mal ein Leckerchen abstauben gehen.


Mhmmm, lecker :-)


Huch, Ginja greift mich an. Ich dachte, die wäre fertig mit der Welt. Aber mit mir offenbar noch nicht.


So eine Attacke kriege ich ich besser hin als die Alte. Am liebsten unten in die Beine beißen. So was wirkt immer gut.


Jetzt fehlt nur noch Herrchen und dann geht es nach Hause zu Frauchen.


Ach ja, ich kann stolz verkünden, dass ich endlich aus der Krabbelgruppe raus bin. Meine neue Gruppe heißt hier zwar "Welpen 2", aber erst mal sind da mehr als zwei Welpen, und zum anderen sind wir doch gar keine Welpen mehr. Also total irreführend, der Name! Schaut euch doch nur mal Einstein und mich an. Wir sind doch keine Welpen mehr.

Was solls, die Zweibeiner haben ja schon manchmal seltsame Ideen. Und so lange hier ein paar Kumpels zusammen kommen, mit denen man spielen kann, soll mir das doch egal sein. Da spielt es auch keine Rolle, dass Frauchen alle auf dem Platz herumkommandiert.


Bevor Frauchen uns allen irgendwelchen blöden Kram beizubringen versucht, dürfen wir was Vernünftiges machen. Nämlich toben, wie wir das wollen.


Was auf dem Platz fehlt, ist ein Laufsteg. Catwalk darf man auf einem Hundeplatz ja nicht sagen ;-)


Herrchen meint, auf einem Laufsteg würde ich mich gut machen. Wenn er meint. Mich interessiert das nicht die Bohne.


Schluss jetzt mit der Pelzmodenschau. Ich will wieder mit den Kumpels rennen.


Noch lässt sich der Rotti jagen. Wer weiß, wie lange noch...


Aber wer jagt hier eigentlich wen?


Wir sind so schnell, dass Herrchen kaum noch die Nase mit aufs Bild bekommen hat.


Schaut euch mal meine Kurvenlage an. Das ist doch mal ein Sportfahrwerk, oder?


Na, habt ihr nicht Lust bekommen, mich mal auf den Platz zu besuchen?


So, Frauchen hat mich auf ihre erste Ausstellung geschleppt. Herrchen und Ginja mussten gleich mit.


Da waren viele Camper, viele Hunde und wenig Platz. Dabei waren auch Appenzeller, Entlebucher und Große Schweizer Sennenhunde. Aber wir Berner waren natürlich die Schönsten!


Weil so wenig Platz auf dem Platz war, haben wir uns einfach vor dem Zaun ein Plätzchen gesucht.


Ich hab dann mal nachgeschaut, ob Frauchen auch gut in Form ist. Schließlich sollte ich ja nachher mit ihr durch den Ring laufen. Und vor all den Zuschauern wollte ich mich nicht mit ihr blamieren.


Dann war es so weit, Frauchen war an der Reihe. Warum der Richter dann an mir herumgefummelt hat und nicht an Frauchen, versteh ich nicht.


Mein Bruder Conner hatte sein Frauchen ebenfalls mitgebracht.
Guckt mal, wie stolz Frauchen im "Steh" darauf wartet, endlich laufen zu dürfen! Ich hab mir derweil die Konkurrentin angeschaut, damit ich weiß, was uns erwartet.


Dann ging es los. Oder heißt es hier, dann lief es los? Oder sie? Oder wie auch immer. Ich habe Frauchen an die Leine genommen und bin mit ihr ein mal um den ganzen Ring gelaufen.


Ich muss zugeben, dass sie das sehr gut gemacht hat. So viel Sportlichkeit hatte ich bei den Trainings gar nicht bemerkt und ihr auch sonst nicht zugetraut. Natürlich habe ich sie die ganze Runde lang nicht aus den Augen gelassen, um kleinere Korrekturen vornehmen zu können. War aber eigentlich gar nicht nötig. Sie hätte sich ein wenig gerader halten können. Aber man darf auch nicht zu viel Perfektion erwarten.


Conner hat auch ganz gespannt geschaut, wie sich sein Frauchen präsentiert.


Danach mussten wir noch einmal eine Runde laufen. Ich hab schon gedacht, das schafft Frauchen nie. Aber sie hat ganz tapfer durchgehalten.


Was soll ich sagen? Frauchen ist zweite von zweien geworden. Das hört sich ja erst mal nicht so doll an. Aber sie hat sich nun wirklich gut gemacht. Und der Richter hat ihr auch jede Menge Komplimente bei der Siegerehrung gemacht. Sie habe einen tollen Laufstil (ausgerechnet!) und ein schönes, leicht gewelltes Haarkleid. Ein wenig Kritik gab es aber auch. Er meinte zum Beispiel, Frauchen sei für ihr Alter ein wenig zu dünn und sollte für die nächste Ausstellung noch etwas zulegen. Aber mir gefällt sie so, wie sie ist. Und einer muss ja gewinnen. Also ist es doch schön, wenn der Sieg wenigstens in der Familie bleibt.


Während wir im Ring waren, hat Schwesterchen Cassie es sich in unserem Sessel bequem gemacht. Eine richtige kleine Diva mit Starallüren ist sie geworden. Ob ihr zu Kopf gestiegen ist, dass gerade ihre Brüder die ersten beiden Plätze belegt haben?


Sie kam sich richtig wichtig vor da oben.


Aber sobald man sie nicht mehr beachtet hat, hat sie einfach nur gepennt. Süß sah sie ja aus da auf diesem Stuhl, das muss man ihr lassen.

 

So, das war dann für heute alles, was ich euch erzählen wollte. Ich hänge noch Frauchens Silbermedaille in die Vitrine und verabschiede mich.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Camillo


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© 2009  Gregor Jonas
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