Das Wesen des Berner Sennenhundes


Der Berner Sennenhund ist von seinem Wesen her ein idealer Familienhund. Von Natur aus friedlich, oft zurückhaltend, manchmal vorsichtig bis ängstlich, fügt er sich nahtlos und freudig in das Familienleben ein. Hinter dem vorstehenden Link verbirgt sich die Geschichte unseres ersten Rüden Domino, die sicher teils lustig, teils auch todtraurig erzählt, wie das Leben mit einem Hund verlaufen kann (nicht MUSS).

Manchmal ist der Berner Sennenhund sturköpfig, je nach Hund lebhaft bis etwas träge, aber nie boshaft oder hinterhältig. Passend zu seinen körperlichen Dimensionen wird sich ein Berner Sennenhund gewaltig freuen, wenn Sie nach Hause kommen - auch wenn Sie nur wenige Augenblicke weg waren. Daher ist es wichtig, ihrem vierbeinigen Schwanzwedler von Beginn an beizubringen, sie nicht anzuspringen. Und das nicht nur wegen der Kleidung, auch ihre Statik könnte dem gewaltigen Ansturm dieser Masse Hund nicht gewachsen sein.

Ein Berner Sennenhund ist anhänglich und verschmust. Sollten sie nicht bereits bei ihrem Welpen aufpassen und ihn von Sofa und Sessel verbannen, werden sie einen Schoßhund großziehen. Und sie können mir glauben, ein Schoßhund diesen Ausmaßes ist im wahren Wortsinne atemberaubend! Ihr Berner wird ihnen immer das Gefühl vermitteln, geliebt zu werden, auch wenn er nicht auf die Couch darf.

Sie sollten darauf achten, dass ihr Hund sich von Passanten, Radfahrern etc. fern hält, denn viele Passanten erschrecken schon ob der Größe dieser Erscheinung. Da ein Berner bei einer normalen Erziehung und Sozialisierung in der Familie (und mit anderen Hunden) niemals aggressiv werden wird, sollten sie ihm die Freiheit erlauben, ohne Leine mit ihnen spazieren zu gehen. Auch wenn diverse Gesetze oder Verordnungen manchmal etwas anderes vorschreiben. Aber einen Hund nur an der Leine zu halten, ist keine artgerechte Haltung und führt auf Dauer zu psychischen Störungen bis hin zu Aggressionen. Ein so großer Hund braucht viel Platz. Deshalb sollte man ihm wenn möglich eine Auslauffläche im eigenen Garten bieten, in dem er sich ohne Leine nach Belieben bewegen kann. Um den Rasen trotz regelmäßiger Nutzung schön zu erhalten, gibt es speziellen Rasen für Hunde. Die Samen können beispielsweise bei Alexander Wild bestellt werden. Dieser Rasen ist auf schnelle Regeneration ausgelegt, sodass durch das Gassi gehen keine unschönen braunen Flecken entstehen. Berner Sennenhunde sind gerne an der frischen Luft und sollten nicht in einer kleinen Wohnung gehalten zu werden. Sie sind sehr liebevoll und kommen gut mit Kindern aus. Bei richtiger Erziehung muss man sich keine Sorgen machen.
Aber eines werden sie ihrem Liebling kaum beigebracht bekommen: Sollte ein Spaziergänger eindeutige Signale geben (ja komm mal her, du bist ja ein ganz Süßer o.ä.), werden sie ihn nur noch schwer bei sich gehalten bekommen. Die Versuchung, Streicheleinheiten zu erbetteln, ist einfach zu groß. Ansonsten ist der Berner folgsam, anstellig und stets bemüht, seiner Familie alles recht zu machen (so lange nichts wirklich interessantes wichtiger ist).

Berner Sennenhunde sind in der Regel auch gegenüber anderen Hunden nicht aggressiv, wenn sie von Beginn an (z.B. Hundeschule) an den Umgang mit Artgenossen gewöhnt wurden. Vielmehr liegt ihre Reizschwelle recht hoch und sie können Stänkerer mit beachtlicher Arroganz einfach ignorieren. Hinzu kommt, dass viele Exemplare relativ unsicher, manchmal sogar ängstlich sind, so dass sie sich relativ schnell unterwerfen. Aber wehe, Frauchen oder Herrchen sind in Gefahr! Ihr Berner Sennenhund würde sein Leben für sie opfern, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass Berner Sennenhunde angenehm im Umgang, freundlich und friedlich im Wesen und in jeder Familie willkommen sind. Hauptsache, man hat genügend Platz und Zeit, denn ein Berner möchte teilhaben an seiner Familie und Bestandteil ihres täglichen Lebens sein.


(c) Gregor Jonas 2004
http://www.gregor-jonas.de